29. März 2018

Einladung zum Tag der offenen Gartentür am 15. April

Nun hat der Winter wohl doch schon fast aufgegeben und im Garten wird alles immer grüner und voller. Einige Beete können mittlerweile kaum mehr betreten werden und jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken. Weil so bald im Frühling besonders im Schatten einiges zu entdecken ist, gibt es heuer einen besonders frühen Tag der offenen Gartentür. Schon in zwei Wochen, am Sonntag, dem 15. April, möchten wir alle Gartenbegeisterten herzlich einladen, kleine und große Schattenblüher zu entdecken. Vielleicht ist uns das Wetter gewogen und auch die ersten Wildtulpen im Schotterbeet erscheinen noch - wir werden sehen.

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch! Wir öffenen den Garten übrigens bei jedem Wetter, hoffen aber natürlich auf Sonnenschein - oder zumindest keinen Schnee.



Was es sonst so im Garten zu sehen gibt? Erstaunlich viel! Bei den Schneerosen hat es leider, so wie in fast allen Regionen Mitteleuropas, die ganz frühen Blüten komplett erwischt. Einige Pflanzen, die also schon im Jänner Farbe gezeigt haben, sind leider heuer total ausgefallen - das ist das erste Mal passiert, seit ich im Garten Fotos mache. Und selbst wenn es schade ist, so überleben die Pflanzen damit doch, da sie einfach später ihr Laub treiben und vermutlich sogar mehr Kraft haben, als sonst, weil sie weder Blüten noch Samen versorgen müssen. Wir werden sehen.


Diese Pflanze hier hat den Frost schadlos überstanden, ebenso wie alle Zwiebelpflanzen, denen ich eigentlich schon schlechte Karten zugestanden hatte, nachdem wir nur wenig Schnee und doch fast -18°C hatten. Als besonders robust haben sich die Schneeglöckchen erwiesen: Seit Jänner haben sie sich dutzende Male komplett platt zu Boden gedrückt und sind immer wieder aufgestanden. Es ist erstaunlich, wie oft sie dieses Prozedere durchhalten!


Erstaundlich ist auch, wie viel Paeonia mairei aushält. Die Art stamm aus Zentralchina und wächst dort angeblich bis auf 3000m Seehöhe in lichten Laubwäldern (wobei dort die Waldgrenze aufgrund der Lage im Kontinent höher liegt als bei uns). Was es aber schon gibt, sind tiefe Fröste im Winterhalbjahr - und hier scheint unsere Päonie recht hart im Nehmen zu sein. Mein Exemplar steht halbschattig und stand bei den Minusgraden schon mehr als 10cm aus der Erde - nix ist passiert.


Wer auch schon erscheint, sind die ersten Zahnwurze, hier Cardamine glanduligera. Ich wollte sie eigentlich auch als sehr robust beschreiben, aber scheinbar sind in Berlin beim letzten Kahlfrost etliche Pflanzen erfroren. Meine hier stand auch schon aus der Erde und ist davon unbeeindruckt geblieben: Ein paar Tage Sonnenschein und sie wird in voller Blüte stehen. Ich freue mich drauf.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern! Und natürlich erfolgreiches Garteln bei etwas wärmeren Temperaturen als aktuell.

14. März 2018

Schneeglöckchen als erste Massenblüte

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, weiß um meine Bemühungen, große Bestände von Schneeglöckchen im Garten zu etablieren. Seit etwa 8 Jahren verfolge ich dieses Ziel nun ganz konkret, indem ich immer mal wieder nach Ablegern frage, teilweise Schneeglöckchen rette, bevor sie bei Bauvorhaben verlorengehen und auch Spenden einfach so per Post erhalten habe (danke an dieser Stelle noch einmal!). Dazu teile ich die Pflanze, die im Garten wachsen, ebenfalls regelmäßig und dünge sie zudem alle kräftig, sodass es teilweise enorme Zuwachsraten zu verzeichnen gibt.

Wer also bei Beeten voller Schneeglöckchen an Ansiedelungprojekten drei Generationen vorher denkt, sollte lieber jetzt im Frühling bei Freunden und Bekannten fragen, ob sie ihnen ein paar Schneeglöckchen abgeben, diese in einige Gruppen teilen und dann gleich einpflanzen. So habe ich es gemacht und in den ersten vier Jahren war der Fortschritt nur sehr mühsam erkennbar, in den letzten Jahren ging es merklich rascher.

Und heuer, ich kann es kaum glauben, habe ich wirklich viele Schneeglöckchen. Nicht, dass es voriges Jahr oder 2016 ganz wenige gewesen wären, aber der Sprung ist schon erstaunlich, es scheint ein bisschen so wie mit der Verdopplung und dem Seerosenteich zu sein - hat man erstmal viele, werden es schnell noch viele, viele mehr (Vergleichsbilder aus dem Jahr 2016).

Meine Sorgenkinder, die Crocus, sind heuer auch recht zahlreich vertreten. Irgendetwas sorgt immer wieder für ihr Ableben, denn obwohl ich jedes Jahr mindestens 200 Stück einlege, werden sie nie auch nur annähernd so schnell mehr wie die Schneeglöckchen, ganz im Gegenteil, an einigen Stellen sind sie sogar schon wieder verschwunden.

Hier ist ein Tuff, der sehr reich blüht - von Sämlingen ist aber noch immer keine Spur. Hilfreich waren jedoch größere Mengen an kleinen Sämlingszwiebeln, die ich vor zwei Jahren bekommen habe. Man erkennt nun deutlich, wo ich diese gepflanzt habe.

Dieses Beet wird schon seit 8 Jahren mit Galanthus besiedelt. Ausgehend von der Fläche links unter der Korkenzieherhasel habe ich immer weitergeteilt. Bis auf die Pflanzen am rechten Bildrand und ein paar Gruppen in der Mitte, die ich vor zwei Jahren neu ergänzt habe, handelt es sich bei allen um geteilte Exemplare der ersten Gruppen. Im Sommer ist das Beet dicht bewachsen mit Phlox, Persicaria, anderen hohen Stauden und leider auch Zaunwinden. Wenn ich letzteren nachgrabe, finde ich auch im Sommer immer mal wieder Galanthuszwiebel; so vermehre ich sie unabsichtlich auch ein wenig weiter.

Hier erkennt man ganz gut den Masseneffekt. Nun sind es so viele Blüten, dass auch die Bienen in großer Zahl zu beobachten sind und mit tieforangen Höschen die Pollen einsammeln.

Diese Gruppen stehen nun seit zwei Jahren. Ich teile die Schneeglöckchen nicht in einzelne Zwiebel, weil es sonst so lange dauert, bis man sie optisch aus den Beeten herausstechen sieht. Für wirklich große Flächen wäre das aber die effektivere Methode, denn ich muss rascher wieder ran und teilen.

Am frühen Morgen dauert es immer etwas, bis die Blüten in Gang kommen. Nur die Cyclamen sind unverändert, sie halten auch ohne Schutzmöglichkeit oder Schließen der Blüten kalte Temperaturen problemlos aus.

Hier habe ich ein neues Farbschema versucht, das mit wintergrünen Carex, Bergenia, Helleborus und Schneeglöckchen auch im Winterhalbjahr für Farbe sorgen soll. Bisher habe ich Bergenien und Gräser stark vernachlässigt, aber das wird sich ändern, denn diese Kombination, die ich in einem anderen Garten gesehen habe, kann ich mir auch gut in anderen Gartenecken vorstellen.

Meine unermüdlichen Versuche, Crocus anzusiedeln, sehen im ersten Jahr immer etwas mickrig aus.

Üppig ist dagegen der Austrieb von Paeonia mairei, einer Wild-Pfingstrose, die ich hier jedes Jahr zeige, weil es einfach so unglaublich ist, dass sie so früh erscheint und ihr Frost und Schnee nichts anhaben kann! Was schon gelitten hat, sind unsere Lenzrosen und hier leider vor allem die hübschen Sorten aus England, da sie schon am weitesten ausgetrieben waren... ich hoffe nur, der neuerliche Wintereinbruch am Wochenende fällt moderat aus, denn eigentlich könnte ich mich schon gut an den Frühling gewöhnen!

20. Februar 2018

Nun also doch noch Winter

Noch vor drei Wochen hatte alles auf einen sehr frühen Frühling hingedeutet, auf blühende Beete schon im Februar und auf Schneeglöckchenwiesen, so weit das Auge reicht. Seither ist es sukzessive kühler geworden, mit wenigen Ausnahmen jeden Tagen frostiger und kommende Woche scheint es nun, wenn auch etwas spät, doch noch richtig Winter werden zu wollen. Und zwar wirklich, mit etwas Schnee und viel mehr Frost und ich werde wohl weniger mit Frühlingsblühern zu tun haben als mit Eislichtern, Vogelfüttern und Frieren.

Eislichter sind aber ein gutes Stichwort: Wer es noch nie probiert hat, braucht ein paar alte Plastikformen, etwas kreative Ideen und vielleicht noch Luftballons und ein paar pflanzliche Reste, die eingefroren hübsch aussehen (hier mein Beitrag von 2012 zum Thema Eislichter).


Eben 2012, als eiskalte Luft auch genau im Februar zu uns strömte, passierte das alles 3 Wochen früher - und die Frühlingsblüher waren zwar auch schon sichtbar, aber nicht so weit wie heuer. Ich bin nämlich unsicher, ob Frühblüher, deren Blüten wirklich schon aus dem Boden ragen, mit Temperaturen um und unter -10°C klarkommen. Hat dazu jemand Erfahrungswerte? Ich fürchte, sie werden einfach am Boden festfrieren und dann, wenns es wieder warm wird, nicht mehr wirklich hochkommen. Welche Pflanzen dabei robuster sind, darauf bin ich gespannt.


Insgesamt wären Schäden schon traurig - weil es sämtliche Schneeglöckchen, Winterlinge, Crocus und Cyclamen betreffen würde, außer natürlich, es schneit bis zum Wochenende noch kräftig, aber nach mehr als ein paar Flocken sieht es leider nicht aus. An den sonnigen Beetstellen sind sie an vielen Stellen schon so weit raus, dass ein einziger sonniger Tag zur Vollblüte bereicht hätte.


Wo es schattiger ist, konnte sich aus den paar Flocken der letzten Tage eine leichte Schneeschicht bilden, die natürlich schon Schutz bietet. Es würde bei mir auch nur die wirklichen Frühblüher betreffen, denn alle anderen Stauden sind noch brav in der Erde geblieben, bis auf ein paar Taglilien, die schon ausgetrieben sind.


Schneeglöckchen sind ja sonst recht robust: Nächtliche Kälte oder auch stärkerer Kahlfrost lassen sie zwar  flach am Boden liegen wie Spinat, aber mit der Sonne tauen sie auf und können ihre vermeintlich schon gematschten Stängel wieder aufrichten und blühen oft tagelang weiter. Ich bin aber eben nicht sicher, ob das auch bei tiefen Temperaturen und längeren Phasen des Nicht-Auftauens funktioniert.

Und das gerade heuer, wo ich so unglaublich viele Schneeglöckchenblüten erwarte! Ich teile ja schon seit Jahren unermüdlich und dünge und bekomme auch immer mal wieder neue Pflanzen und die letzten Jahre scheinen meinen Galanthus gut bekommen zu sein. Sogar jetzt, wo noch Schnee liegt, schaut der Garten schon recht voll mit ihnen aus.


Und er auch schon da und dort rausragt, sind die ersten Leberblümchen. An einer sonnigen Stelle blühen die ersten heimischen Hepatica nobilis, dieses hier ist Hepatica trannssilvanica 'Blumenstadt Erfurt', das eigentlich schon an Weihnachten blühen sollte - aber das hat es bei mir noch nie geschafft.


 Das gartenunfreundliche Wetter hat aber auch positive Seiten: So konnte ich, was schon seit Jahren überfällig war, die Skizze unseres Gartens erneuern und um die Glashausbereiche im Beet gegenüber vom Haus erweitern. Der Plan steht nun am Blog in der Rubrik "Über den Garten" und man hat eine bessere Vorstellung, was sich wo befindet. Allerdings fehlen noch die Maße und mit den Farben bin ich auch nicht ganz zufrieden... vielleicht dauert der Winter ja noch lang genug, dass ich mir den Plan noch einmal vornehme!

31. Januar 2018

Frühling schon im Jänner?

Neidvoll habe ich immer nach England geblickt, Blogs durchwühlt und stundenlang in den Frühlingsfotos vergangener Jahre herumgeklickt. Ende Februar 2016 habe ich sogar einen Beitrag daraus verfasst, in dem ich die Zeitpunkte der Hochblüte der Frühlingsblüher notiert habe. Und auch wenns heuer schon drauf und dran ist zum Blühen: So früh wie das Jahr 2007, mit einer Schneeglöckchenvollblüte am 9. Februar, wird es heuer wohl doch nicht werden - obwohl schon einiges recht weit rauslinst und blühen will.

Galanthus woronowii / Galanthus elwesii
Sieger unter den aufgeblühten Schneeglöckchen waren vergangenes Jahr Galanthus woronowii, die mit ihren glänzend grünen Blättern am 22. Februar ihre geöffneten Blüten präsentierten, knapp gefolgt vom Tuff Galanthus elwesii auf dem rechten Foto. Heuer haben ihnen ein paar ganz normale, aussäende Schneeglöckchen den Rang abgelaufen; sie waren schon letzte Woche in Blüte, allerdings nur einzelne Exemplare.

Galanthus nivalis / Galanthus elwesii
Diese tuffbildenden Glöckchen sind noch tiefer versteckt, sie stehen auch ziemlich schattig und werden noch einige Zeit brauchen, bis sie blühen. Sind sie an sonnigeren Stellen, nur wenige Meter entfernt, schaut es schon ganz anders aus. Aber auch hier haben die größeren Kollegen, Galanthus elwesii, die Blüten eindeutig vorne - und schauen schon jetzt imposanter aus.

Bildunterschrift hinzufügen
Recht überraschend blühen auch schon einige Frühlingsknotenblumen, Leucojum vernum, mit denen ich eigentlich noch nicht gerechnet hätte. An anderer Stelle im Beet sind sie noch sehr weit zurück, bisweilen noch nicht einmal sichtbar, und auch direkt neben diesen blühenden Pflanzen spitzen einige erst knapp aus dem Boden.

Die Frühlingscyclamen zeigen auch im Schatten schon erste Blüten, aber von massenhaftem Erscheinen kann man auch hier noch nicht sprechen. Der Garten wartet also noch ein wenig. Mit ihm tun das viele Pflanzen wie Winterlinge, Crocus und Leberblümchen, die zwar schon recht weit, aber doch noch in winterlichen Zurückhaltung in den Beeten lauern. Angesichts der Wetterprognosen ist das auch gut so.

Trotzdem bin ich froh, viele Beete schon abgeräumt zu haben. Denn sollte doch Schnee kommen - sobald er wegschmilzt, wird es heuer sehr schnell gehen! Seien wir gespannt. Im Februar 2012 kams nach diesem Post, mit Schneeglöckchen am 24. Jänner, dann noch ganz dicke...

14. Januar 2018

Frostige Details im winterlichen Garten

Bevor die ersten Frühlingsblüherfotos anstehen, möchte ich noch einen Beitrag zum Winter unterbringen, der sich mit großen und kleinen Details winterlicher Stauden beschäftigt. Dazu ist es dringend an der Zeit, denn die  Frühblüher erscheinen bereits in Scharen, was mich in allen von ihnen besiedelten Gartenteilen bereits zum Rückschnitt gedrängt hat. So früh wie nie habe ich also auf die winterlichen Strukturen verzichtet - und so früh wie nie warten die Geophyten auf ihren Einsatz.

Angesichts des aktuellen Winters konnte die winterliche Gartenpause in Frage gestellt werden, denn nur zwischen Weihnachten und Neujahr gab es einige knackige Frosttage, den Rest der Zeit war der Boden offen und dementsprechend üppig sprießt es auch schon. Ob das längerfristig auch so bleiben wird, ist naturgemäß nicht abzusehen - aber als es das letzte Mal, nämlich im Jänner 2012, schon Schneeglöckchen gab (allerdings zwei Wochen später als heuer), kam im Februar noch enorm kaltes Wetter (Klimarückschau der ZAMG).



Heuer gab es trotz allem ein paar herrliche Frosteindrücke, die den Garten verwandelt haben und mich trotz kalter Finger lange mit dem Fotoapparat nach Motiven suchen ließ. Das Bild oben links zeigt den leeren Samenstand von Echinacea tennessiensis im Schotterbeet, daneben ein einzelnes wintergrünes Blatt von Asplenium scolopendrium, dem heimischen Hirschzungenfarn. In der zweiten Reihe die noch im Laub versteckte Blüte von Helleborus foetidus, der Nieswurz, und rechts das Blatt einer wintergrünen Epimedium-Art (vermutlich Epimedium ogisui).



Astern sind im winterlichen Garten nicht wegzudenkende Strukturstauden, da die meisten von ihnen sehr stabil und standfest sind. Sie zerfallen weder in bröselige Einzelteile, noch kippen sie besonders leicht um (außer natürlich ihre sowieso auch schon im Herbst kippeligen Vertreter), hier im Bild Aster glehnii 'Agleni', deren Reste wie viele kleine Sternchen wirken. Daneben dann eine gewöhnliche Christrose (Helleborus orientalis) mit vielen Sämlingen rundherum, die ich heuer endlich mal alle entfernen und woanders hinsetzen muss. Ebenfalls wintergrün ist der Schlangenbart, Ophiopogon planiscapus, der in unserem Garten zwar wächst, aber keine so schönen Teppiche bildet, wie mir das gefallen würde. Dann noch Schneeglöckchen dazwischen... ich werde einen neuen Versuch wagen müssen. Und zuletzt ein Schildfarn, Polystichum setiferum, der eine großartige Pflanze für den winterlichen Garten ist.


Die Beete an sich sind mit Raureif ein Traum. Besonders schön präsentieren sich Stauden, die eine etwas größere Oberfläche haben, also jene, bei denen noch Laub anhaftet oder die große, fein verzweigte Samenstände tragen, wie Gräser, Astern oder Wasserdost. Beide Beete, die man auf den Bilder sieht, habe ich gestern schon abgeschnitten - widerwillig, aber der Boden ist fast völlig bedeckt mit Frühblühern, die allesamt schon auftauchen und spätere Rückschnitte verkomplizieren würden.

Außerdem hat der warme Winter nicht nur die Frühblüher aufgeweckt, sondern auch verschiedenste Pflanzen zum Austreiben gebracht, die ich gerne noch jäten würde, bevor ich mulche (vor allem Quecke, Giersch und ein paar sich aussäende Pflanzen wie Behaartes Schaumkraut und Vogelmiere). Wenn es also weiterhin nicht friert, wird das mein Projekt für die nächsten Wochen sein.


Im Schotterbeet stehen die gleichen Aufgaben an, außerdem möchte ich neuen Schotter aufbringen, da Pflege- und Pflanzarbeiten sowie Tiere (dieser nervige Schwarzkopfregenwurm, der Erde von unterhalb nach oben befördert) die Kiesschicht immer wieder mit Erde versetzen. Da hier schon bald Tulpen austreiben werden, ist ebenfalls ein noch winterlicher Arbeitsschritt sinnvoll. Auf den Bildern einmal die Samenstände von Allium 'Millenium' zwischen Calamintha nepeta und Linum perenne, auf dem anderen Foto Deschampsia cespitosa 'Goldtau'.


Bei etwas Sonne sehen die Beetflächen natürlich noch schöner aus, auch wenn die kleinen Frostkristalle dann innerhalb von Minuten schmelzen und zu Boden tropfen. Schön sind immer wieder die Effekte, die Reif auf die Raumwirkung hat: Weil bestehende Strukturen optisch verstärkt werden, treten Höhenstaffelung, räumliche Wirkung und die Kontraste zwischen unterschiedlichen Wuchsformen noch einmal wie zur Blütezeit in den Vordergrund. Dieser Effekt ist für mich einer der Hauptgründe, weshalb ich die Hochstaudenbeete erst möglichst spät abschneide - die Beetteile im unteren Bild habe ich noch belassen, wer weiß, vielleicht wird es heuer doch noch einmal winterlich.


12. November 2017

Winterfest? Dazu brauchen uns die Pflanzen nicht!

Es scheint zum Schicksal eines Gartens zu gehören, im Herbst winterfest gemacht zu werden. Was darunter genau zu verstehen ist, ergoogelt man sich am besten, denn so findet man etliche Checklisten (diese, auch hier) die gleich das erste Missverständnis aufdecken: Wer Gärten als erweiterten Wohnraum benutzt, wird definitiv Schutzmaßnahmen ergreifen müssen, sehr schön illustriert das diese 10-Punkte-Liste, die erst auf Platz 7 und 8 Pflanzen erwähnt. Hat man allerdings vorwiegend robuste Stauden im Garten, so sieht das schon ganz anders aus. Klar, nicht Winterhartes muss vor dem ersten Frost rein, einige Arbeiten bieten sich jetzt an, manche können sogar nur vor dem Winter erledigt werden. Aber alles kein Grund, um jetzt gestresst zu sein. Die Pflanzen jedenfalls sind alle schon fit für den Winter, wenn jemand nicht fertig geworden ist, dann wir.

Das schon bekannte Motiv im Schattenpflanzengarten Ende Oktober, bevor es die ersten kühlen Nächte gab. Und auch, bevor der Sturm das Insektenhaus umgeweht hat... ich hab also schon ein erstes Winterprojekt gewonnen.

Trotzdem ist der Herbst kein Grund, unzufrieden zu sein. Und weil Checklisten ja so modern sind, bleibt sie auch hier nicht aus. Sie steht aber unter anderen Vorzeichen: Hier also die  

Checkliste, was wir im Garten im Herbst nicht tun müssen.

  • Stauden zurückschneiden
    • Nur die, die wirklich hässlich aussehen, umfallen oder herumliegen. Alles andere darf, muss aber keineswegs geschnitten werden. Auch warme Wintertage eignen sich oder eben der Spätwinter oder Vorfrühling. 
  • Laub aus den Beeten entfernen und entsorgen
    • Abgesehen davon, dass Laub ein wertvoller Rohstoff ist und am besten irgendwo auf einem Haufen kompostiert wird: Staudenbeete kommen super mit Laubauflagen klar. Eingegriffen muss nur werden, wo Unmengen an Laub sehr dicht liegen (mehr als 10cm und dick verklebt) und am Rasen. Ansonsten dürfen die Regenwürmer ran.
  • Kompost umsetzen
    • Besser nicht jetzt, sondern im Frühling. Alle kleinen Tierchen und Mikroorganismen sitzen jetzt genau dort, wo sie für den Winter sein wollen. Wer also noch Kompost oder Erde verteilen möchte, sollte das deutlich vor dem ersten Frost tun (im Oktober ist es also noch gut möglich oder eben je nach Wetterlage)
  • Gräser zusammenbinden
    • Außer eventuell beim Pampasgras, aber das kann so auch erfrieren - besser nicht tun. Es sieht hässlich aus und ist unnötig, weil ungeschnittene Halme ohnehin Luft einschließen und sich selbst damit der beste Winterschutz sind.
  • Harken und Umgraben
    • Nur bei Neuanlagen sinnvoll, ansonsten ist das immer unnötig - und ganz besonders jetzt (die Mikroorganismen sitzen ja nicht nur im Kompost, sondern auch in jedem Brösel Erde) 
  • Hecken schneiden 
    • Wer jetzt Hecken schneidet, bringt sich um die Blüten für kommendes Jahr, weil die jetzt schon fertig in den Knospen auf ihren Einsatz warten. Wer trotzdem irgendetwas sägen möchte, sollte das bei sehr dichten Hecken tun und sie auslichten oder sich an Stellen austoben, wo man im Sommer (wo man das normalerweise tun sollte) nicht hinkommt, weil sonst zuviel kaputtgeht (bei mir die Hecke bei den Schattenstauden). 

Ich habe einen kleinen Beetbereich gegenüber vom Haus neu gestaltet. Hier sollen im Frühling, also eigentlich in weniger als vier Monaten, Schneeglöckchen durchsprießen. Mal schauen!

Wichtig ist auch, Ruhe zu bewahren. Andere Jahreszeiten versetzen die Gesellschaft nicht derart in Aufruhr. Spricht jemand von sommerfest machen, wenn es darum geht, Tomaten und Zucchinis zu setzen? Natürlich nicht - auch wenn das Zeitfenster dafür kurz ist - aber der Sommer bietet viele Möglichkeiten, während der Winter im Garten nur mit Zwängen aufzuwarten scheint. Das Laub, ich habe es hier schon oft erwähnt, ist eine dieser Geißeln; erst leuchtet es indian-summer-like, dann liegt es schon heimtückisch-zerstörend überall im Weg herum, erstickt Rasen, verunschönt adrette Kiesvorgärten... Einiges Pflanzliche kann nun geschnitten werden und wer Blumenzwiebel mag, muss jetzt in die Beete. Und Ende Oktober kommt dann auch noch die fiese Zeitumstellung und schon kommt man nur mehr an freien Tagen in den Garten oder nachts mit Stirnlampe.


Ein Star von Frühling bis man es abschneidet: Pennisetum orientale 'Karley Rose', ein Gras für sonnige und trockene Standorte.

Diese Finsternis vor allem ist es, die vielen Sorgen bereitet und tatsächlich verringert sich die draußen nutzbare Zeitspanne eines durchschnittlichen Gartentages ganz beträchtlich, und das geht noch weiter, denn es wird sogar noch fast sechs Wochen lang dunkler als jetzt und damit erst in drei Monaten früher hell als heute. Damit will geplant werden und das ist tatsächlich eine Herausforderung. Aber mal ehrlich: Wer nicht gerade in einem alpinen Tal lebt oder einem sonstigen Schneeloch, wird vermutlich bis Weihnachten noch Zeit haben, Liegengelassenes zu erledigen. Ich habe zum Beispiel immer noch zahlreiche Blumenzwiebeln nicht versenkt. Wenn diese aber luftig und kühl gelagert werden, kann man bis weit in den Dezember hinein pflanzen. Besonders Tulpen sind hier unempfindlich, alle anderen freuen sich dagegen wirklich, möglichst früh in die Erde zu kommen.


Hier das gleiche Gras zwei Wochen früher, bevor es kalt wurde (die Bürsten sind den ganzen Sommer über rosa).

Dann wäre da noch das Laub... wer es gemütlich mag und dem Zwang gesellschaftlichen Konventionen widerstehen kann, wartet den aktuellen Kaltlufteinbruch ab und fährt dann am ersten halbwegs trockenen Tag mit dem Rasenmäher durch den Garten. Das dann auch gleich gehäckselte Laub kommt auf die Beete oder den Laubkompost (ja, aus jedem Laub, aus jedem (auch Walnuss!) wird schöne schwarze Erde, einfach so, nur durch Liegenlassen) und auch der Rasen schafft den Winter. Mit vielen, vielen Bäumen kann das mehr Arbeit bedeuten, ja. Aber auch hier lohnt es sich, Laub zusammenkommen zu lassen, und nicht täglich zu rechen (oder gar laubzusaugen oder -pusten).

Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides var. viridescens) mit Astern, Molinia und den verblühten Resten von Kalimeris, der Sommeraster.

Auf jeden Fall sollte man den Herbst auch nützen, um den Garten zu genießen. Nie sonst ist das Licht so schön und geeignet für Fotos und sind die Räumlichkeiten so deutlich fühlbar. Außerdem kann man jetzt noch prima umpflanzen und umgestalten, was leider häufig untergeht. Denn der Boden ist, auch wenn wir schon leicht kalte Finger kriegen, für Pflanzen noch kuschlig warm und animiert zur Wurzelbildung, was im Frühling länger dauern kann. Falls also eine Umpflanzaktion ansteht: Nur zu. Solange es nicht friert, ist das alles kein Problem.


Das Bienen-Stauden-Beet vom Frühling 2016 hat sich toll entwickelt und bietet von ganz früh im Jahr bis jetzt immer wieder schöne Motive.

Und ganz zuletzt gibt es noch eine gute Nachricht in eigener Sache: Wer das neue Dezember-Heft von "Mein schöner Garten" aufschlägt, kann auf vier Seiten unseren winterlichen Staudengarten anschauen. Ich hab mich sehr gefreut, dass ich wegen diesem Artikel kontaktiert wurde und das Layout und auch der Text so stimmig und gelungen sind.

Ich wünsche euch einen entspannten Gartenherbst und nach dem aktuellen Regenwetter noch ein paar sonnige Tage, damit alle alles erledigen können, was noch geplant war!

Eine Sammlung der zuletzt noch blühenden Chrysanthemen. Ich mochte sie nie, aber die ungefüllten haben mich überzeugt - und es gibt so viele schöne Sorten!

10. Oktober 2017

Vollherbst wirds

Wegen des verregneten Septembers vielfach unbemerkt, hat sich der Herbst in den Garten geschlichen und kaum, dass mal die Sonne scheint, gibt es sanftes Streiflicht und leuchtende Gräser. Wie immer ist es im Herbst eine große Diskussion, was stehen bleibt und was geschnitten wird - ich zwicke nach wie vor nur dort etwas weg, wo es stört und vielleicht auch dann, wenn ich ein dichtes Blumenzwiebelvorkommen neu legen möchte und es zugegebenermaßen etwas anstrengend sein würde, ein paar hundert Zwiebeln unter Staudenstängeln kriechend einzulegen. Sonst aber darf alles blühen, welken und vermodern, bis ich im Spätwinter dann wirklich aufräume.


Die Gräser und das Schilf am Teich sind im Herbst immer in Hochform. Sobald das Laub noch stärker fällt, wird der Teich mit einem Netz eingehüllt, um ihn vorm meisten Laub zu schützen. Sobald dann die ersten Herbststürme die Bäume leergefegt haben, kommt das Netz wieder weg. Mir ist immer etwas leid um den herrlichen Anblick, der dann ein paar Wochen lang vom Netz getrübt wird - aber es vermindert lästige Aussaug-Arbeiten: Noch immer haben wir den Teich nicht geputzt, gesaugt oder das Wasser abgelassen, obwohl es ihn schon seit 2003 gibt.


In der Wildbienennisthilfe ist mit dem Spätsommer Ruhe eingekehrt. Nur mehr ein paar ganz verwegene Wildbienen waren aktiv, die anderen schlummern in Form der nächsten Generation verpuppt in ihren kleinen Niströhrchen bis zum Frühling durch. Ich bin schon sehr gespannt, welche und wie viele im kommenden Frühling schlüpfen werden und wie sich die Besiedelung weiterentwickeln wird. Den Winter werde ich nützen, um weitere Nisthilfen zu basteln und eventuell auch an anderen Stellen zur Verfügung zu stellen.



Wunderschön ist nach wie vor das Schotterbeet und das liegt, wie schon im vergangenen Winterhalbjahr, an Achnatherum calamagrostis, dem hübschesten Gras, das ich kenne. Die drei Horste sind nach wie vor stabil und ich kann nur jeden ermutigen, an sonnigen, trockenen Stellen dieses Gras zu pflanzen!



Ebenso empfehlenswert ist Pennisetum orientale 'Karley Rose', dessen später Austrieb mich immer etwas zweifeln lässt, ob es den Winter denn eh wirklich gut geschafft hat; spätestens im August steht es aber wieder in voller Pracht da und blüht laufend mit rosa getönten Bürstenblüten nach. Wichtig ist auch bei diesem Gras eine gute Drainage, damit es im Winter nicht zu Staunässe kommt.



Etwas gelitten haben heuer die Herbstmargeriten, Leucanthemella serotina - in früheren Jahren waren sie viel üppiger. Ich werde einen Teil probeweise im Frühling aufnehmen und neu pflanzen, ich vermute, dass die Pflanzen in den sechs Jahren seit der Beetanlage schon zu verfilzt sind, um üppig wachsen zu können.


Die Schattenbereiche gefallen jetzt vor allem durch verschiedene Blattstrukturen, die durch erste Herbstfärbungen noch interessanter werden. Ich habe mir vorgenommen, an einigen Stellen mit niedriger Bepflanzung vermehrt Herbstcyclamen zu pflanzen. Leider sind diese hübschen Stauden bei mir bei Weitem weniger wüchsig als ihre Verwandten, die im Frühling blühen. Hoffentlich denke ich im Frühling dran und bekomme schöne Pflanzen.


Überall, wo ich viele Frühlingblüher habe, sind die Beete im Sommer etwas wilder, denn sobald ich etwas teile oder neue Pflanzen reinsetzen möchte, steche ich irgendwo Blumenzwiebel entzwei. So auch hier, wo im Sommer neben Hosta 'Sum and Substance' vor allem Knöterich und Chinaschilf den Ton angeben. Die Korkenzieherweide rechts daneben, eigentlich wichtig, weil sie den Schatten für die Funkie bereitsstellen soll, ist leider schwer in Mitleidenschaft gezogen, es sieht mir nach einer Kombination aus irgendeinem Pilz und dem Weidenbohrer aus... mal schauen, ob sie den kommenden Frühling noch erleben wird.


Hior ist das gleiche Beete von der anderen Seite des Bogens zu sehen. Die Umgestaltung hier hat sich gelohnt; eine gelbe Parkrose war im Winter plötzlich verstorben und so war es ein guter Anlass, die angeflogenen Goldruten und Lampionblumen, die in diesem Beet wucherten, zu entfernen und etwas Blühendes zu pflanzen. Mama hat Agastachen, Geranium 'Rozanne' und eine einjährige Spinnenpflanze vergesellschaftet, was seit dem Frühsommer für Farbe sorgt und den Bienen große Freude bereitet.


Die Sommerbeete gegenüber färben nun immer mehr ein. Wie jedes Jahr notiere ich mir, viel mehr Astern zu setzen - aber im Frühling ist kurioserweise nie Platz... und so wird es mir auch die nächsten Tage gehen, wenn ich Plätze für meine aberhundert Blumenzwiebel suchen werde - aber leider mit umgekehrter Folge, denn im Frühling wünsche ich mir dann immer, ich hätte viel, viel mehr Zwiebeln gelegt....