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4. Dezember 2016

Raureif

Gärten sind im Winter und Herbst sehenswert, aber ein Nachteil ist nicht von der Hand zu weisen: Sie ändern sich eher langsam, sodass die Eindrücke über Wochen die gleichen bleiben, zumindest, sobald die Herbstfärbung vorbei ist. Eine großartige Abwechslung bietet da Reif, der in unterschiedlichster Stärke für neue Eindrücke sorgt, vorher Übersehenes ins Blickfeld holt und alten Ensembles neuen Kontrast verleiht. Heute war es wieder soweit: Neben letzten Resten der Herbstfärbung, wie den dunkelgoldenen Stängeln von Miscanthus, erschienen einige Reste im Kontakt mit den weißen, dieses Mal außergewöhnlich großen Kristallen ganz schwarz, während letzte Blätter gelb hervorleuchteten. Danke an meinen Papa, der einige der Bilder schon am Vormittag aufgenommen hat!

Am Teich dominieren die Gräser (Miscanthus und Molinia). Der Raureif betont ihre Samenstände sehr vorteilhaft!

In den Beeten gegenüber verstärken sich die Strukturen: Besonders Gräser und aufrechte Stauden stehen in reizvollem Kontrast.

Am Morgen war auch der Rasen noch voll Reif. Die welken Blätter des Phlox bieten unerwartete Farbe.

Die von mir ungeliebte und von selbst aufgetauchte Stockrose versöhnt mich mit ihrer Wintererscheinung; allerdings werden überall Sämlinge auftauchen, das sind die hübschen Knöpfchen auf Schnur aber wert.

Die Durchgänge im Gemüse- und Nutzgartenbereich sind um diese Jahreszeit bei Reif wie eine leuchtende, glitzernde Laube.

Auch ohne Sonne wirkt der Raureif gut, hier hängen Girlanden von Boehmeria-Samenständen über den immer noch sehr farbigen Schattenbeeten. Erstaunlich, dort dauert das Gartenjahr am längsten und lebt auch als erstes wieder los!

Dem steht das Schotterbeet um nichts nach. Es wird diesen Monat in der Gartenpraxis in einem Artikel von mir vorgestellt und leider gab es keinen so frühen Raureif, dass noch Bilder davon ins Heft gelangen konnten. Hier sieht man die hübschen Gegensätze zwischen Deschampsia und dem rundohrigem Laub des Bartfadens.

Die wunderbar linear aufrechten Stängel von Scabiosa ochroleuca erleben im Winter einen zweiten Sommer, unerwartet schön auch die Vergesellschaftung mit Calamintha nepeta (rechts dahinter). Leider haben die Scabiosen kaum Basaltriebe gebildet, weshalb ihr Fortbestehen eher unwahrscheinlich ist - das passiert manchmal und könnte durch Rückschnitt verhindert werden, aber dann beraubt man sich dieses schönen Anblicks... vielleicht pflanze ich welche nach.

Hier Calamintha im Detail - den ganzen Sommer über schon so schön und jetzt erst!

Ganz ähnlich und daher unbedingt empfehlenswert: Teucrium lucidrys.

Alles in allem ist das Kiesbeet auch mitten im Winter eine Freude!

Ganz besonders hervorzuheben ist schon wieder Achnatherum calamagrostis. Bei magerem Stand ist dieses Gras vom frühen Austrieb im April/Mai bis jetzt ein großartiger, geordneter Anblick.

Die unterschiedlichen Wuchsformen haben es mir angetan. Wenn es öfter Raureif gäbe, könnte man sich nur dafür Konstellationen ausdenken, die besonders gut miteinander harmonieren.

Ein toller Tipp ist da Aster 'Purple Dome'. Diese hübsche Pflanze behält ihre gefällige Form sehr lange und kann inmitten einzelner Stängel für Ruhe und Struktur sorgen.

Genauso verhält es sich mit Kalimeris incisa 'Madiva' - im Sommer schön, im Herbst lange standfest und im Winter überfrorene Köpfchen. Manche Stauden sind das ganze Jahr über sehenswert und daher besonders wertvoll, wenn man nur wenig Platz hat und sich entscheiden muss!

18. November 2016

All der Dreck... und nur zur Freude?

Gärtnern ist ein angesehenes Hobby, in Jahreszeiten, wo es grünt und blüht. Kaum kriechen die ersten Blüten aus dem Boden, entdecken viele Leute ihre Liebe fürs Botanische und solidarisieren sich, indem sie mich fragen, ob es bei mir auch schon etwas zu sehen gäbe. Das finde ich nett und erzähle, wie lange es hier schon bunt ist und was alles erscheint und wie viele Kubikmeter Schnittgut ich schon gehäckselt habe, was ich noch vorhabe und wo ich bald das nächste Beet renovieren, von Winden befreien oder sogar komplett neu anlegen werde - aber schon hier wird es den meisten zu viel, die Realität in Form von Erde in den Haaren, Schweiß und Anstrengung überlagert ihre Freude an den Blüten und sie sind froh, selber "nur ein paar Schneeglöckchen" zu haben.

Boehmeria tricuspis im Schatten

Schlimmer noch ist es jetzt im Herbst. Smalltalk mit der Gartenfrau startet im Herbst stets mit der Einwinterungsfrage: "Und, schon alles winterfest?" Mein Stirnrunzeln und das Reden von "Verblühtem" und "schön" in einem Satz und "welk" und "Raureif" und "Stehenlassen" und "Schnitt im Frühling" verwirrt die meisten; manchmal überfordere ich meine Gegenüber offenbar auch, wenn ich von Laub zu schwärmen beginne und von Kompost. Bestimmt lächeln sie nur mir zuliebe und geben ihrem inneren Ich High-Five, weil sie sich so einen Murks nicht antun müssen - manchmal schimmert sowas durch, bei aller Freundlichkeit und positiver Ökobeteuerung.


Eupatorium maculatum 'Bartered Bride' und Rudbeckia nitida 'Herbstsonne'

Nun ist es natürlich schon spannend, warum ich das alles wirklich so gerne mache. Denn das tue ich, und nicht nur saisonal - wenn ich jetzt die im Gegenlicht leuchtenden Samenstände sehe, dann rede ich sie mir nicht schön, weil das einfacher ist, als sie roden zu wollen und nicht zu können, weil alles so matschig ist, dass man beim Versuch im Boden steckenbleiben würde - nein, ich finde sie wirklich schön, im besten Sinne, ich bekomme sogar regelmäßig dieses Herzklopfen-Gefühl, wenn mir etwas so gut gefällt, dass ich ganz, ganz stark hoffe, dass auch die Fotos danach aussehen werden. Im Frühling etwa, wenn die ersten Blüten erscheinen, knipse ich immer wie irre und freue mich so sehr, dass ich das Gefühl habe, unbedingt allen zeigen zu müssen, was mir so gefällt.

Boehmeria platanifolia

Leider zeigen die Bilder dann oft gnadenlos die Realität: Vier zerknautschte, weiße Blüten in einem riesigen, leeren Beet. Niemanden reißt sowas vom Hocker, das muss ich dann sogar selbst zugeben - und auch Leute, die ich dann in den Garten schleife, weils mit den Fotos ja nicht klappt, sind dann meist etwas irritiert. Nur wirkliche Gartenfreaks, und zum Glück kenne ich einige davon, sind auch im Winter für den Garten zu begeistern. Für alle, die Blumen grad so mögen und gerne draußen sind, mag es absurd erscheinen, wie jemand im Dezember stundenlang Zeit in den Beeten verbringen kann - aber das geht, sehr leicht sogar. Man sieht ja immerhin, was wo wächst und kann sich denken, wie es dort im Sommer aussieht. Gartenleute haben nur Probleme mit völlig leeren Gärten - gib ihnen ein zermatschtes Beet, schon blüht und summt es vor ihrem inneren Auge.

Miscanthus '´Federweißer', Molina 'Transparent' und Aster novae-angliae 'Herbstsonne'

Genau deshalb mag ich meine welken Beete so sehr - es ist halt manchmal eine etwas einsame Freude. Und natürlich ist der Winter nicht meine liebste Zeit im Jahr, wohl aber der Frühling, der direkt danach kommt - und der wäre nur halb so schön, wenn man nicht doch einige Zeit auf ihn warten müsste. Ich wintere den Garten also nicht ein, sondern warte in ihm werkend und herumgrabend darauf, dass wieder etwas blüht. Deshalb schneide ich die Beete auch erst im Februar oder März runter und im Idealfall gibt es gleich danach Blüten, und die eingelegten Zwiebelpflanzen treiben aus und die Schneeglöckchen sind zum Teilen und es muss gehäckselt werden und so weiter. Darauf freue ich mich schon. Vermutlich also mag ich den Garten, weil es immer, immer weitergeht, weil immer etwas Neues erscheint und man sich niemals verlassen kann, dass es wieder so aussieht wie vor einem Jahr; meist schaut es anders aus, aber schöner und wenn nicht, dann gräbt man um.

Denn im Garten kann man ändern, was stört und man kann ausreißen, was wegsoll - oder hoffen, dass es im Frühling dann gar nicht mehr stört. Und vor allem kann man planen, Idee verwerfen, Überlegungen anstellen, diese dann umsetzen und dann kann man wieder planen. Eigentlich also, ist es dann am schönsten, wenn man gerade gestaltet - und dazu ist im Winterhalbjahr genug Zeit. Daher: Kein Einwintern, sondern sich selbst einpacken und los gehts! Keine Blüten lenken ab, kein Trieb kann zertreten werden und sobald man gräbt, ist jede Jahreszeit vergessen. Denn das eigentliche Problem des Winters ist nicht seine Blütenlosigkeit, sondern die Tatsache, dass der Garten uns, nach Unmengen an Laub innerhalb weniger Wochen, nun keine mehr Arbeit aufdrängt; kein Wunder, dass niemand diese Jahreszeit mag. Aber niemand hält uns auf, kreativ zu sein. Solange der Boden nicht gefroren ist, kann überall gegraben werden, wo man selber grade möchte. Der Frühling kommt früh genug ;-).

Eupatorium Vernonia, Molinia, Leucanthemella

Falls jemandem im Winter doch fad werden sollte: Man findet mich jetzt auf Instagram - und ich freue mich, euch auch dort zu begegnen!

24. Oktober 2016

Herbstfärbung und späte Blüten

Nur weil es Herbst ist, muss es im Garten noch lange nicht langweilig sein. Einige Stauden sind gerade jetzt erst in Blüte gegangen, andere begeistern mit ungewöhnlicher Herbstfärbung oder interessanten Überresten. Wie im Frühling muss man nun etwas genauer hinschauen: Dann entdeckt man täglich etwas Neues.

Rabdosia effusa, auch unter Isodon effusus im Handel, ist eine unkomplizierte Staude für den Halbschatten, die nach spätem Austrieb den ganzen Sommer auf die spätherbstliche Blüte hinarbeitet. Man sollte sie daher so pflanzen, dass man auch wirklich in den Genuss dieser hübschen, flirrend-winzigen, blauen Blütchen kommt.

Im Bienen-Stauden-Beet sind noch immer viele Blüten zu finden. Mich begeistert vor allem die hellrosa Chrysantheme 'Hebe', die es geschafft hat, mich für Chrysanthemen im Allgemeinen zu interessieren - was es da vielleicht schöne Sorten gibt! Und bei weitem nicht alle sind bommelig-voll, es gibt einige, die wie aus der Jahreszeit gefallene Margeriten leuchten und in vielen Beeten gute Figur machen würden. Was auch noch schön anzusehen ist, sind die Staudenknöterich-Sorten, hier der rote 'J.S. Caliente' und der weiße 'Fat White' - und mein weißer Borretsch!

Im alten Kiesbeet am Haus verwischen jetzt verdorrte Gräser, gilbende Euphorbien, weiße Wucherastern und Samenstände von Cephalaria gigantea zu einem schönen Herbstensemble. Ich mag diese erdigen Farben, die glitzernden Reste der Gräserblüten und das dunkle Braun von Spodiopogon sibiricus, einem robusten Gras - aber ich muss schnell sein, weil Mama meist um diese Zeit im Jahr alles wegschneidet, was "nicht mehr schön ist" ;-).

Die Wildrosen tragen viele kleine Hagebutten, die den Winter über leuchten.

Im Schatten erscheinen nun nach und nach die Frühlingscyclamen - jedes Jahr sind neue Sämlinge dabei, die wieder ganz anders aussehen als die Mutterpflanzen.

Im Beet unterm Apfelbaum kehrt nun langsam Ruhe ein. Die Boehmeria- und Polygonatum-Gruppen haben dieses Jahr als erste eingefärbt.

Gegenüber schaut es noch geordnet aus. Die silbernen Samenstände der Mondviole leuchten im Abendlicht, davor sorgt ein schon altes Exemplar des grünen Japanwaldgrases für Ruhe im Bild. Rechts blüht eine Rudbeckia triloba seit Wochen unermüdlich. Sie hat sich dort ausgesät und ich hätte nicht gedacht, dass sie sich im Schatten so gut entwickelt.

Am Teich blüht nun Chinaschilf, Hosta 'Sum and Substance' ist schon in den Herbst gegangen und am Staudenknöterich leuchtet die zweite Generation Blüten, die jedes Jahr von der Mitte her erscheint, sobald es im Herbst kühler wird.

Wer spät im Jahr noch farbige Beete haben möchte, muss Rudbeckia triloba mit Astern und späten Goldruten, wie etwa 'Fireworks' kombinieren - so bleibt es bunt bis zum Frost.

16. Oktober 2016

Blüten im Oktober - Beete

Solange es im Herbst nicht friert, ist es auch im Garten noch bunt. Neben zahlreichen Astern finden sich noch viele weitere blühende Stauden, die in den Beeten für Farbe sorgen - neben Gräsern, welken Silhouetten und den Strukturen, die von vielen Pflanzen noch übrig sind.

In dieser Jahreszeit ist es besonders wichtig, beim Rückschnitt nicht alles wegzunehmen, sondern feste Elemente, die haltbar sind und den Charakter eines Beets unterstreichen, den Winter über stehen zu lassen. Alles zerfallende, beim ersten Frost sicher matschige, darf entfernt werden - wenn es stört. In einigen Beeten greife ich bewusst nicht ein oder sie sind noch immer so dicht, dass ein Rückschnitt nur unschöne Lücken schlagen würde. Dort werde ich erst im Februar aktiv werden.

Das Kiesbeet ist jetzt noch immer eine Pracht. Ich mag die reduzierten Farben und die klaren Formen der niedrigen Stauden. Der Teppich aus halbkugeligen Pflanzen erinnert an Pflanzengesellschaften in heißen und trockenen Regionen, er wirkt auf mich ein wenig wie Macchia. Blüten bieten Aster novae-angliae 'Purple Dome', Calamintha nepeta und Erigeron karvinskianus sowie einzelne Nachblüten anderer Stauden (Origanum, Erodium,...).

Gut entwickelt hat sich Panicum orientale 'Karley Rose'. Ich habe zwei kleine Töpfe im September 2015 gepflanzt und diese beiden großen Büsche erfreuen mich nun schon seit Anfang Juli mit ihren Blüten. Sie haben ständig noch weitere nachgebildet, was sehr schön ist, da nur die neuen Blüte rosa schimmern, wenn sie älter werden vergilben sie.

Im Beet mit den Herbstblühern summt es noch immer von all den Bienen. Die letzte Pflanze, die erblühen wird, ist Chrysanthemum 'Hebe', die hier im Bild rechts außen zu sehen ist. Chrysanthemen hatte ich lange nicht im gärtnerischen Blickfeld, weil ich sie nur als Topfware für den Friedhof kannte. Tatsächlich gibt es aber dutzende hübsche Sorten für den Garten, von denen einige (für Fans?) immer noch den gefüllt-puscheligen Cemetery-Schick tragen, andere hingegen sind kleinblütiger oder sogar ungefüllt und sehen aus wie Margeriten, die im November blühen.

Die Zeit der Leucanthemellas ist vorbei, aber inmmitten der Großstauden bilden sie einen sehenswert hellen Bereich und fügen sich ins herbstliche Farbkonzept gut ein. Ich mag solche Motive; sie zeigen die schönsten Farben des ganzen Jahres: Bunte Tupfer, gegensätzliche Formen und ein bisschen schon den Ton der Stängel, die in wenigen Wochen von allem übrigbleiben werden.

Im richtigen Licht leuchtet alles aber noch ganz frühlingshaft. Dazu trägt Campanula lactiflora bei, die ich in einer kurzentschlossenen Aktion schon diesen Juli runtergeschnitten habe. Sie fällt jedes Jahr um - und die Lösung ist ganz offenbar ein beherzter Rückschnitt bis ganz hinunter, denn dann gibt es eine sehenswerte Nachblüte im Herbst - etwas aus der Jahreszeit gefallen, aber farbig und im Kontrast mit der Umgebung leuchtet vor allem das neue Laub enorm.

Und diese hier sind natürlich auch unterwegs: Admirale, die an den Astern saugen und die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen.


26. September 2016

Das Bienen-Stauden-Beet

In einem schon ziemlich vollen Garten wie unserem ist es ein Glücksfall, Platz für ein weiteres Beet zu finden - und zwar genug Platz, um ein Beet völlig neu anlegen zu können. In diesem konkreten Fall befand sich quer am Ende der Zufahrtsstraße zum Haus ein vernachlässigtes Gehölzbeet mit einigen Sträuchern aus den Gartenanfängen. Wir wares es so sehr gewöhnt, dass wir es nicht weiter hinterfragt haben, bis mir dann der Einfall kam, es doch einfach neu zu bepflanzen.

Einmal darüber nachgedacht, war uns schleierhaft, wie dieses nichtssagende grüne Beet so lange mitten in unserem Garten hatte überleben können. Mama schnitt noch in der selben Woche alle Sträucher ab und schon im November machte ich mich an die Pflanzlisten.

So sieht das Beet gerade aus - es ist ständig von Bienen durchschwirrt und der Blickfang, wenn man zum Haus kommt.

Dabei war von Anfang an klar, dass hier Pflanzen unterkommen sollten, die anderswo im Garten bisher zu kurz gekommen sind oder nicht die nötige Bühne bekommen hatten. Und es sollte etwas für die Bienen sein, die ab dem Hochsommer in den Wiesen kaum mehr etwas finden und sich im Garten über jede Blüte freuen. Und dann waren da noch einige Lieblingspflanzen, die natürlich auch mit rein sollten.


Der erste Plan war daher voll mit großartigen Stauden - aber dafür hätte das Beet dreimal so groß sein müssen. Falls ich jemals solche Dimensionen bepflanzen sollte, habe ich genaue Vorstellungen, was in so ein Beet kommen kann; für diese Zwecke war eindeutig zu viel vorgesehen. Vermutlich hätten alleine drei Wasserdost die Szenerie gefüllt, doch die wachsen schon an drei anderen Stellen im Garten, es ist also eindeutig genug Wasserdost vorhanden. Und so ähnlich ging es mir mit einigen anderen Stauden. Schlussendlich blieb nur ein kleiner Rest, ergänzt um andere, übrig:

Astern (hauptsächlich A. noviae-angliae)
Borago officinalis 'Alba'
Calamagrostis brachytricha (var. koreana)
Chrysanthemum 'Hebe'
Calamagrostis 'Waldenbuch'
Deschampsia cespitosa 'Goldtau'
Digitalis ferruginea
Foeniculum vulgare 'Rubrum'
Kalimeris incisa 'Madiva'
Lythrum salicaria
Miscanthus 'Federweißer'
Molinia 'Transparent'
Patrinia scabiosifolia
Penstemon digitalis
Persicaria amplexicaulis 'JS Caliente', 'Fat White', 'White Eastfield'
Pseudolysimachion longifolium 'Hermannshof'
Sanguisorba (ein sehr großer, rosa Sämling)
Senecio fuchsii 'Doria'
Sisymbrium strictissimum
Veronicastrum (verschiedene)

Hier haben wir am 30.Jänner bei herrlichem Gartenwetter und mit maschineller Unterstützung die schon abgeschnittenen Gehölze gerodet. Leider waren auch viele Wurzeln mit drin im Beet, sodass wir die Fläche mehrfach durchgraben mussten.

So lag das Beet dann vor uns.

Im Laufe des März haben wir das Beet dann mit Erde aufgefüllt und Papa hat die Kanten nach vorne hin, auf den asphaltierten Vorplatz, gesetzt. Am 10. April schließlich habe ich das Beet gepflanzt. Einige Stauden konnte ich aus dem Garten nehmen und sie hatten entsprechende Größe, einige andere wurden gekauft.

Einiges habe ich auch geschenkt bekommen, man sieht aber, dass ich vernünftigerweise nicht alles ins Beet hineingestopft habe ;-). Einige Schneeglöckchen, die ich geschenkt bekommen hatte, haben dann auch noch ihren Weg ins Beet gefunden, ich bin gespannt, wieviele von ihnen im Frühling blühen werden.


Am 21. Mai war das Beet dann schon einigermaßen eingewachsen. Die größeren Stauden aus dem Garten, etwa Molinia links hinten oder vorne das grüne Büschel, ein Teil meiner vorhandenen Kalimeris, wuchsen ohne zu Zögern los. Wir mussten das Beet nur ein paar Mal gießen, denn das Wetter war meist regnerisch.

Anfang Juni, am 8.6., begann mit dem weißen Borretsch, ein Zufallsfund im Garten bei meiner Wohnung, die erste Bienenpflanze zu blühen. Weil der Garten um diese Zeit voller Blüten ist, habe ich das Beet für diese Jahreszeit nicht besonders blütenreich geplant. Für die kommende Saison werde ich Kugellauch in Weiß und Rosa pflanzen und für vorher ein paar rote Tulpen.

Wenige Wochen später, am 19. Juni, sind einige Pflanzen schon deutlich in die Höhe gewachsen. Und dazu gibt es Blüten an der Rauke (Sisymbrium), die von den Bienen in großer Zahl beflogen werden. Dazu zeigt sich der Bartfaden, ebenfalls ein Geschenk und äußerst üppig gewachsen.

Am 6. Juli blüht die Rose der Nachbarin, bei mir zeigten die blauen Ähren von Pseudolysimachion erste Farbe und lockten die Bienen. Darüber hinaus ist alles noch in Grün getaucht.
Nach dem Urlaub, am 24.August, war das Beet schon wie verwandelt: In der ersten Reihe war ein Blutweiderich angeflogen und hatte sich im ersten Standjahr wunderbar entwickelt. Links war Kalimeris 'Madiva' schon Wochen in Blüte, direkt dahinter zeigte das gelbe Greiskraut wunderbare Dolden in Gelb. Kurioserweise hatte ich es beim Einpflanzen mit der davon stehenden Aster glehhnii 'Agleni' vertauscht, die nun als riesiger grüner Busch im Bild steht (ich werde sie im Frühjahr die Plätze tauschen lassen). Im Hintergrund waren inzwischen der Wiesenknopf und Miscanthus 'Federweißer' erschienen, letzterer ein Geschenk von einem Gartensfreund und ja, es ist die schönste Miscanthus-Sorte, die ich kenne!

Am 7. September waren die Blüten vom Greiskraut, vom Borretsch, Fenchel und anderen Geschichte und die Astern waren gerade noch nicht soweit, obwohl ihnen die Bienen schon ständig ungeduldige Kontrollbesuche abstatteten.

Und gestern schließlich, am 25.September, stand das Beet in Vollblüte. Die gelben Blüten des Topinambur gehören zum Nachbarn und fügen sich so herrlich ins Bild, dass ich mir für dort eine gelbe Staude werde überlegen müssen, falls die Nachbarn dem Topinambur doch einmal zu stark zu Leibe rücken. Die beiden riesigen weißen Wolken sind links Aster glehnii 'Agleni' und rechts Aster noviae-angliae 'Herbstschnee'. Dazu die roten Blüten von Persicaria 'JS Caliente' - ich bin durch und durch zufrieden!

Wie sich das Beet weiterentwickelt, da bin ich auch gespannt. Die Astern werde ich rechtzeitig verkleinern, damit sie nicht alles andere zudecken, dazu werden, wie erwähnt, ein paar Zwiebelblumen ergänzt. Bestimmt sind die Gräser kommendes Jahr größer und auch die Ehrenpreis werden eine stärkere Rolle spielen. Für den Herbst erwarte ich noch eine rosa Wolke aus der Chrysantheme 'Hebe' - und der Winteraspekt wird ebenfalls nicht zu unterschätzen sein. Bestimmt wird alles ganz anders als geplant und eventuell werde ich vorne, zwischen den Knöterichblüten, noch zwei Gräser unterbringen. Es wären dort zwei Deschampsia gewesen, aber diese wurden im feuchten Sommer Opfer eines Pilzes und haben sich nicht mehr erholt.

Davon absehen hat sich aber alles wunderbar entwickelt - wenn man bedenkt, dass zwischen dem Pflanzen und dem gestrigen Bild bloß fünfeinhalb Monate liegen...