26. Februar 2017

Auslosung und ein paar erste Blüten

Mit Verspätung komme ich nun zur Auslosung meines Gartenbuchs. Die letzten Tage waren zwar nicht alle strahlend sonnig, aber ich hatte Zeit und war daher fast durchgehend im Garten aktiv, was um diese Jahreszeit vor allem Rückschnitt, Häckseln und Mulchen bedeutet. Trotz des langen Winters sind die Pflanzen alle schon weit ausgetrieben und die Schneeglöckchen brauchen nur mehr ein paar warme, sonnige Stunden, um voll aufzublühen.

Die Auslosung des Buchs hat dieses Mal nicht Kater Pauli übernommen (er ist zwar immer noch sehr niedlich, aber nicht mehr so leicht für Papierbälle zu begeistern) und ich habe deshalb mit Hilfe des Auslosetools von Superanton die Gewinnerin des Gartenbuchs ermittelt: Es ist Birgit Fellecke! Viel Freude mit dem Buch und fröhliches Gärtnern!  

Allen anderen möchte ich für die vielen freundlichen und interessierten Rückmeldungen danken, die mich zum Teil auch als Mail erreicht haben. Bücher zu schreiben macht mir große Freude, aber es ist tatsächlich einiges an Aufwand. Dabei ist das Schreiben und Fotografieren selbst, wo ich alleine entscheide und solange feile, bis ich selbst zufrieden bin, der aufwändigste, aber für mich nicht sehr aufregende Teil. Spannend wird es, wenn das Layout entsteht, Rückfragen auftauchen und man gemeinsam mit dem Verlag entscheiden muss, welche Bilder wo sein werden, wie die Bildunterschriften reinpassen und wo noch Text dazukann oder wegmuss. Das ist dann die wirkliche Arbeit und da ist das fertige Buch dann ein schöner, für mich immer ganz aufregender Abschluss! Aber auch dieses Mal bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und blicke auf eine gelungene Zusammenarbeit mit meiner Lektorin zurück.

Im Garten waren bislang nur Honig-Bienen unterwegs, vermutlich meine eigenen. Rechts der Versuch, sie mit dem Handy zu filmen (der Ton ist schon sehr frühlingshaft!).

video

Im Rest vom Garten blühen bislang nur Schneeglöckchen, Winterlinge und die ersten Frühlingscyclamen. Aber es wird nicht lange dauern, bis auch alles andere auftaucht - beim Jäten stolpert man ständig über Austriebe, Triebspitzen und auf Sonnenschein und Wärme wartendes Grün. Es wird also insgesamt nicht mehr lange dauern und alles wird wieder zugewachsen sein.


Eine Ausnahme unter den Schneeglöckchen ist das riesige Galanthus elwesii - es ist immer als allererstes in Blüte

Das Schotterbeet vor dem Rückschnitt. Das schon vielfach gelobte Gras Achnatherum calamagrostis ist bis zuletzt stabil geblieben; in anderen Gartenteilen fällt es dagegen schon im September um. Wer ähnliche Probleme hat: Ein trockener, durchlässiger Standort könnte die Lösung sein.

Bei den gewöhnlichen Schneeglöckchen ist es ein aussaatfreudiger, wüchsiger Typ, der als erstes in Blüte kommt, obwohl er nicht einmal sonnig steht. Er war blinder Passagier in einem geschenkten Wurmfarn und von dort aus erobert er nun eine ganze Gartenecke.

Die tuffbildenden Galanthus dagegen lassen sich noch etwas bitten. Aber so verlängert sich die Blütezeit und ich habe länger etwas davon.


Und damit niemand denkt, hier wäre schon allgemein der Frühling ausgebrochen: In den Schattenbeeten, wo ich Elfenblumen, Trillium und andere zarte Schönheiten aufhebe, riskiere ich keine wuchernde Nachbarschaft von Schneeglöckchen und Winterlingen... und dort ist es auch noch richtig februarlich kahl und leer. Heute habe ich alles zurückgeschnitten und mit feinster Lauberde gemulcht, im Laufe der Woche soll dann gehäckselt und mit dem Schnittgut wieder gemulcht werden. Dann, und darauf freue ich mich schon, werden die Gartenbesuche wieder Schauen und Fotografieren zum Schwerpunkt haben (bis mir was Neues einfällt).

Ich wünsche euch einen schönen Vorfrühling!

12. Februar 2017

Mein Buch "Bienenfreundlich Gärtnern" ist erschienen - Verlosung

Endlich ist es soweit - manche haben vielleicht schon die Bilder in der Linkliste des Blogs gesehen - mein zweites Buch ist erschienen! Und auch wenn man Bücher als pdf viele Mal durchliest, so ist es doch etwas Besonderes, sie dann endlich gedruckt in Händen zu halten.
Wie schon mein erstes Werk wird das Buch beim BLV-Verlag veröffentlich und auch dieses Mal geht es um das Kombinieren von Pflanzen am richtigen Standort. Allerdings steht der Inhalt dieses Mal nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten, sondern bietet Vorschläge für Pflanzen, die nicht nur für uns schön aussehen, sondern auch für Wildbienen, Honigbienen und andere Insekten wertvoll sind.

Tiere im Garten waren mir immer schon ein großes Anliegen, weil ich über die Tiere erst zu den Pflanzen gekommen bin. Einen Ratgeber dazu zu schreiben, wie man diese beiden Bereiche verbinden kann, hat mir daher großen Spaß gemacht. Außerdem imkere ich selber mit Honigbienen, weshalb ich mit Trachtpflanzen aus der Literatur und aus eigener Erfahrung immer besser vertraut werde. Ich stelle daher im Buch eingangs die Zusammenhänge zwischen Insekten und Pflanzen vor und gehe dann näher auf die Probleme dieser Tiere in unser immer intensiver genutzten und daher artenärmeren Umwelt ein. Weil Gärten hier eine große Hilfe sein können und als vielfältiger Lebensraum von zahlreichen Tieren besiedelt werden, kommt ihnen auch für den Schutz von Bienen Bedeutung zu und wir alle sollten diese Verantwortung wahrnehmen und die eine oder andere Bienenpflanze in unsere Gestaltung miteinbeziehen.


Naturnahes Gärtnern und die wichtigsten Grundsätze dazu stelle ich vor, der Kernteil des Buchs sind jedoch Pflanzvorschläge für robuste, wüchsige Pflanzen, die man in vielen Gärten unterbringen kann und die für Bienen ein Nahrungsquelle darstellen.
In einem umfangreichen Praxisteil werden Pflanzengesellschaften vorgestellt, die auf sonnigen und halbschattigen Standorten und auf nährstoffreichen und feuchten Böden gedeihen. Dabei werden nur Pflanzen verwendet, die für Bienen eine ergiebige Futterquelle darstellen und auch den Frühling und den Herbst abdecken, Jahreszeiten, in denen Bienen in der uns umgebenden Natur die größten Schwierigkeiten haben, Nektar und Pollen zu finden. Die Vorschläge sind mit Skizzen von Beeten illustriert und um Ergänzungsmöglichkeiten für größere Beete und Alternativen erweitert, dazu gibt es Tipps zur Pflege der Beete.

Zahlreiche Kurzportraits zu jedem Standort stellen geeignete Pflanze vor, dazu werden Gehölze genannt, die im insektenfreundlichen Garten nicht fehlen dürfen. Ganz am Ende steht eine Blühtabelle, in der nützliche Pflanzen nach ihrer Blütezeit geordnet sind, sodass man gezielt für blüharme Zeiten seinen Garten mit passenden Gewächsen "aufrüsten" kann.

Ich fände es schön, wenn in jedem Garten noch ein paar mehr Arten stehen würden, die neben uns Menschen auch Bienen erfreuen - einige sind viel verwendete Gartenpflanzen, denen man einfach etwas mehr Raum geben könnte, andere sind völlig zu Unrecht unbekannte Pflanzen, die Beete optisch aufwerten. Dazu kommt, dass einige Gattungen besonders beliebt sind, so gehören Glockenblumen für Wildbienen zu wichtigen Nahrungsquellen.




Geschrieben habe ich das Buch im vergangenen Sommer und ein Großteil der Bilder wurde auch in diesem Buch von mir selber aufgenommen. Ich hatte das Glück, wieder mit der Lektorin meines ersten Buchs zusammenarbeiten zu können, weshalb es zwar wie gewohnt viel Arbeit war, die aber konstruktur von statten ging und ein Buch zum Ergebnis hat, das ich selber gerne aufschlage. Das Buch hat 96 Seiten, 159 Farbfotos, 8 Farbzeichnungen und ist um € 14 (in Österreich € 14,40) seit Freitag im Buchhandel erhältlich.


So eine Bucherscheinung muss natürlich auch gebührend gefeier werden: Unter den Leserinnen und Lesern meines Blogs möchte ich daher ein druckfrisches Exemplar meines neuen Buchs verlosen. Dazu hinterlasst bitte bis einschließlich 19. Februar 2017 einen Kommentar unter diesem Beitrag, in dem ihr am besten entweder eine Emailadresse oder einen Link einbaut, sodass ich euch im Falle des Gewinns erreichen kann. Natürlich sind auch Leute ohne Blog willkommen oder auch welche, die ihre E-Mailadresse hier nicht veröffentlichen wollen: Schaut einfach am 21. Februar hier rein, ob ihr gezogen worden seid!

Ich freue mich über die rege Teilnahme!
Viel Erfolg!

Wie man Insekten außer mit Gartenpflanzen, wie im Buch beschrieben, im Garten noch helfen kann, stelle ich demnächst am Blog vor. Hier befindet sich nämlich gerade eine Nisthilfe für Wildbienen im Bau.

4. Februar 2017

Eindrücke aus dem winterlichen Garten

Bevor alle der winterlichen Ansichten überdrüssig werden und sich viel mehr über austreibende Frühblüher und erste Farbtupfer freuen, poste ich lieber gleich noch ein paar Bilder der letzten Wochen. Im Vergleich zum spektakulären Raureif im Herbst können sie nicht mehr mithalten, weil nun doch schon einige Mal Schnee auf die Staudengerippe gefallen und wieder weggetaut ist, weshalb nur mehr die stabilsten unter ihnen standfest geblieben sind.

Den Rest hat ihnen allerdings der massive Eisregen der vergangenen Woche gegeben, der an gleich zwei Tagen für mehrere Stunden niederging und sich wie eine zweite Haut über alles zog, was sich ungeschützt draußen befand. Die Bilder sehen deshalb so seltsam verkehrt aus, weil die meisten Stauden schon umgeknickt waren, bis ich mit meiner Kamera ausgerückt bin. Für ein paar bizarre Motive hat es aber allemal gereicht.



Besonders beeindruckt hat mich der Kontrast von heller Eisschicht und dunklen Stängeln beim Wasserdost. Diese für den Wintergarten unverzichtbare, weil ausgesprochen stabile und formschöne Staude ist zwar leider auch zusammengebrochen, aber ihre schwarzen Stängel haben auch so noch geleuchtet.

Sie sind so stabil, dass die Stängel aufgehoben und als Stäbe für andere Pflanzen verwendet werden können und es wäre jammerschade, diese herrliche Staude schon im Herbst abzuschneiden! Zusammen mit Gräsern kann sie bis jetzt den Garten füllen - solange ihr kein Eisregen in die Quere kommt.


Hübsch präsentieren sich auch die Dolden des grün-gelb blühenden Goldbaldrians (Patrinia scabiosifolia), die den Winter über einen zierenden Gegenpart zu aufrechten Kerzen wie etwa von Agastachen stellen und daher auch in größerer Menge für den Winteraspekt gepflanzt werden könnten.


Die kleinen Blütenknöpfe der Aster sind nun im Februar zum Großteil schon abgefallen. Jene, die es ausgehalten haben, schimmern nun wie in Kunstharz gegossen. Ähnlich geht es auch der purpurnen Witwenblume (Knautia macedonica), die in meinem zweiten Garten auf feuchterem Boden ein viel besseres Auskommen findet als im großen Garten, wo ich sie wirklich auch sehr gerne kultivieren würde.

Die zweite Blüte des Geißbarts (Aruncus), die das Reh dann doch hat davonkommen lassen, konnte nun mit Eis überzogen noch einmal gefallen. Tatsächlich sind diese netten Stauden für den Halbschatten eine dankbare Alternative zur trockenheitsempfindlichen Astilbe, die hier in den heißen Sommern regelmäßig aufgeben muss.


Im großen Garten liegen die Schattenbeete noch gut unter Schnee versteckt. Ich hätte sehr gehofft, dass die versprochenen Plusgrade zumindest an den Rändern schon zum Auftauen führen, denn ich würde gerne ein wenig abschneiden, jäten und dann gleich wieder mulchen, um später nichts mehr zu zertreten, aber bislang sieht es nicht so aus, als ob mein Plan bald umgesetzt werden könnte. Eher soll es erneut noch kälter werden.


In den Sommerstaudenbeeten ist nun einiges schon umgefallen und wartet damit aufs Schreddern. Als am stabilsten haben sich heuer die Oktobermargeriten (Leucanthemella serotina) erwiesen, die, wie am rechten Bild zu sehen, noch immer ungerührt dastehen. Der Phlox hat seine Samenstände schon komplett verloren, Vernonia und Eupatorium sind umgefallen und einiges anderes dient nun auch mehr dem Schutz des Bodens als ästhetischen Ansprüchen.

Es scheint also Zeit zu werden, dass der Frühling kommt oder zumindest ein wenig Zeit ohne Schnee und mit Plusgraden. Im Jänner haben wir 16 Tage in Folge erlebt, dass die Temperaturen nie höher als -3°C stiegen. Das war seit dem Februar 2012 nicht mehr der Fall.


Mit einem letzten Blick auf die vereisten Samenstände von Bronzefenchel und Goldbaldrian hoffe ich nun, auch bald etwas Grünes posten zu können. Bis dahin schiele ich aufgeregt auf die Blogs und Instagrambeiträge von Leuten, die in klimatisch günstigeren Gebieten wohnen...

30. Januar 2017

Und was pflanzt du gern? Eine Sammlung wichtiger Gartenpflanzen

Nachdem mein in die kalten Jännerwochen geschriebener Beitrag zu den Pflanzen, die für mich einen Garten ausmachen, so große Resonanz gefunden hat, wollte ich dieses gesammelte Wissen nicht einfach so in den Kommentarspalten liegen lassen. Es hat mich nämlich wirklich gefreut, so viel Rückmeldung zu bekommen und so zahlreiche ausführliche, sorgfältig überlegte Postings. Daher möchte ich diese nun aufgreifen und zusammenfassen. Ich habe dabei natürlich nicht nur die zehn Pflanzen von der strengen Liste genommen, sondern alle, die erwähnt wurden, sowohl im Blog, als auch per Mail (ja, mich haben sogar Mails zu diesem Thema erreicht!).

Dazu habe ich ein paar Bilder gesucht, weil der Winter uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird und Frühlings- und Sommerbilder da hin und wieder vorkommen dürfen, obwohl ich sonst Wert darauf lege, nur aktuelle Bilder aus der Saison zu posten.

Wer darüber hinaus noch Lesestoff benötigt, könnte einen interessanten Artikel von Ina Sperl über den Garten Alst und das neue Buch 'Avantgardening. Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern' seines Gärtners Torsten Matschiess lesen. Jochen Wegner vom Staudengarten Groß Potrems hat es schon vorgestellt, ich selber kenne es noch nicht.

Geranium 'Orion'


 1. Storchschnabel (Geranium)

Die eindeutige Siegergattung und damit in unseren Gärten offenbar am wenigsten verzichtbar, ist der Storchschnabel: Alleine neun Nennungen erhielt die Pflanzenfamilie an sich, drei weitere konnte das Star-Geranium 'Rozanne' verbuchen und eine die trockenheitsliebende Sorte Geranium renardii. Das freut mich natürlich besonders, obwohl ich schmählicherweise in meiner eigenen Liste gar keine Geranium drin hatte. Vermutlich überzeugen Robustheit und üppiges Wachstum, Insektennutzen und einfache Pflege. Was mich bei Geranium längerfristig etwas stört, ist ihre "Ermüdung": Sie möchten alle paar Jahre aufgenommen, mit neuer Erde versorgt und nur mit den vitalsten Teilen wieder eingepflanzt werden, damit sie üppig blühen und gesund aussehen. Das schaffe ich leider nicht immer rechtzeitig.

Galanthus elwesii - noch größer und eindrucksvoller als Galanthus nivalis


 2. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Eigentlich kein Wunder, mit sieben Nennungen landeten die Schneeglöckchen auf dem zweiten Platz. Vielleicht hätte das Ergebnis im Sommer anders ausgeschaut, aber jetzt warten wir alle schon so sehnsüchtig auf die kleinen Winterblüher, dass ein Garten ohne sie nur schwer vorstellbar ist. Und es ist wirklich so; fast jeder Garten, und sei er noch so klein, hat irgendwo eine kleine Ecke mit Schneeglöckchen.


Allium 'Mount Everest' und Iris sibirica


3. Sechsmal genannt wurden:
  • Astern
  • Euphorbia, Wolfsmilch
  • Iris
  • Persicaria amplexicaule, Staudenknöterich
Den dritten Platz teilen sich bereits vier Stauden - sie bilden wohl  nicht nur in meinem, sondern in sehr vielen Gärten das Grundgerüst der Gestaltung, vor allem aber sind es Pflanzen, die über sehr lange Zeit hinweg begeistern und daher eine tragende Rolle übernehmen können. Von einer lieben Blogleserin aus den USA kam zudem die Empfehlung für Aster divaricatus 'Tradescant', die ich unbedingt ausprobieren möchte! Sie kommt laut Beschreibungen mit trockenem Schatten zurecht,
was die Einsatzmöglichkeiten deutlich ausweitet und Problemstandorte mit einschließt!
Besonders viele Freunde hat auch die Gattung Iris: Die Empfehlungen reichten von der Sumpfiris nur bald im Garten erscheinenden Netzblattiris, bis hin zur Sibirischen Iris und der Steppeniris. Tatsächlich gehören diese schönen Pflanzen für mich auch ganz wesentlich zum Garten dazu - und ohne ihnen würde definitiv etwas fehlen.

Das Bienenblütenbeet mit vielen Astern im September.



4. Den Platz mit der 5-fachen Nennung
  • Helleborus, Christrose
  • Phlox, Flammenblume
Teilen sich zwei Lieblingspflanzen, die in fast jedem Garten zu finden sind. Beide erfreuen sich uneingeschränkter Beliebtheit und es gibt sie in einer erstaunlichen Vielfalt, sodass man leicht nicht nur eine davon haben möchte, sondern gleich mehrere und beide lassen sich auch noch ganz leicht aussäen, was dazu führt, dass man Horden an Sämlingen bis zur Blüte behalten muss. Solche Eigenschaften sind offenbar beliebt.


Eine namenlose rosa Helleborus-Hybride, die besonders hoch wird.



5. Folgende Stauden wurden viermal erwähnt:
  • Alchemilla, Frauenmantel
  • Cyclamen, Alpenveilchen, besondere Empfehlung C. hederifolium
  • Geophyten, diverse
  • Gräser, verschiedene
  • Hemerocallis, Taglilien
  • Heuchera, Purpurglöckchen
  • Lavendel
  • Tulpen, normale und Wildtulpen

Das Kiesbeet am Haus mit Akeleien, Wolfsmilch, Iris, Spornblume und Katzenminze.


6. Dreimal erwähnt wurden:
  • Allium, Zierlauch
  • Aquilegia vulgaris, Akelei
  • Bergenien
  • Eupatorium, Wasserdost
  • Farne, diverse
  • Hosta, Funkien
  • Lilium, dabei Lilium pardalinum, die Pantherlilie, Lilium 'Scheherazade' und Lilium leichtlinii, die Japan-Lilie
  • Narcissus, Osterglocken
  • Papaver, Mohn, dabei einmal Islandmohn
  • Salvia officinalis, Salvia nemorosa, Salbei
  • Sedum 'Herbstfreude' und Sedum telephium, Fette Henne 

Achnatherum calamagrostis, eines der dankbarsten Gräser - wenn es trocken steht!



7. Zweimal genannt wurden...
  • Anemone japonica, Herbstanemone
  • Chrysanthemum, besonders die Sorte 'Venus
  • Crocus
  • Epimedium, Elfenblumen
  • Eranthis hyemalis, Winterlinge
  • Helenium, Sonnenbraut
  • Rudbeckia 'Goldsturm'
  • Primula veris, Schlüsselblume
  • Linaria purpurea, Leinkraut
  • Digitalis, besonders auch Digitalis obscura, Fingerhut

Verschiedene Elfenblumen



8.  Jeweils einmal genannt wurden die folgenden Pflanzen. 

Einige von ihnen sind auch in meinem Garten so wichtig, dass ich denke, ohne sie würde etwas fehlen - und einige sind wunderschöne Stauden und für andere Gärten sehr prägend.
  • Achillea ptarmia, Sumpf-Schafgarbe
  • Agastache, Duftnessel
  • Alcea rosea, Stockrosen
  • Anemone ranunculoides, Gelbes Windröschen
  • Antirrhinum, Löwenmäulchen
  • Artemisia lactiflora, Beifuß
  • Arum italicum 'Marmorata', Gefleckter Aronstab
  • Brunnera, Kaukasusvergissmeinnicht
  • Carex morrowii, Japansegge
  • Centranthus ruber, Spornblume
  • Chrysopsis, Goldaster
  • Colchicum, Herbstzeitlose
  • Coreopsis, Mädchenauge
  • Corydalis cava, Hohler Lerchensporn
  • Delphinium, Rittersporn
  • Doronicum orientale, Gemswurz
  • Dryopteris erythrosora, Rotschleierfarn
  • Foeniculum vulgare 'Rubrum', Bronzefenchel
  • Fritillaria persica, Persische Kaiserkrone
  • Gaura lindheimerii, Prachtkerze
  • Hakonechloa macra, Japan-Waldgras
  • Helianthus, kleinblütige Staudensonnenblumensorten
  • Helleborus foetidus, Nieswurz
  • Hepatica nobilis, Leberblümchen
  • Hesperis, Nachtviole
  • Iberis, Schleifenblume
  • Kirengeshoma palmata, Wachsglocke
  • Lathyrus vernu, Frühlingsplatterbse
  • Leucojum vernum, Frühlingsknotenblume
  • Liatris spicata, Prachtscharte
  • Ligularia, Goldkolben
  • Lunaria rediviva, Nachtviole
  • Lupinen
  • Lychnis coronaria 'Alba' und die Art selbst, Vexiernelke
  • Lythrum salicaria, Blutweiderich
  • Myosotis, Vergissmeinnicht
  • Nepeta, Katzenminze
  • Oregano, Dost
  • Panicum virgatum, Rutenhirse
  • Penstemon, Bartfaden
  • Phlomis, Brandkraut
  • Polygonatum, Salmonssiegel
  • Polystichum acrostichoides, "Weihnachts"-Farn
  • Pontederia cordata, Hechtkraut
  • Pulmonaria, Lungenkraut
  • Rodgersia, Schaublatt
  • Rudbeckia laciniata, Fallschirm-Rudbeckia
  • Silene dioica, Rote Lichtnelke
  • Stipa, Federgras
  • Verbena bonariensis, besonders die Sorte 'Lollipop', Eisenkraut
  • Veronicastrum, Hoher Ehrenpreis

Rudbeckia missouriensis, ein trockenheitsverträglicher Sonnenhut.


9.  Und quasi als Sonderwertung...

 ...wurden auch Pflanzen aufgezählt, an die ich selber gar nicht gedacht habe: Rosen etwa gehören für vier Leserinnen und Leser, die auf meinen Beitrag geantwortet haben, unbedingt mit zum Garten dazu, außerdem kamen zweimal Hortensien vor und auch Kräuter, Beeren und Gemüse. Auf die Nützlichkeit für Insekten wird ebenfalls geachtet.
Unsere Gärten müssen also, wenn man diese Vielfalt betrachtet, zwar ziemlich verschieden sein - aber den einen oder anderen bekannten Pflanzen begegnet man wohl in allen von ihnen!

15. Januar 2017

10 Pflanzen, die mir im Garten wichtig sind

Gleich mal vorweg: Unsere Gärten sind zwar alle verschieden groß, aber zum Glück doch meist so dimensioniert, dass mehr als zehn Pflanzen in ihnen Platz finden. Wer es clever anlegt, bringt sogar jede Menge mehr von ihnen unten - entweder verschiedene oder eben die gleichen, aber in größerer Anzahl. Wieviele Pflanzen in unserem Garten wachsen, habe ich schon lange aufgegeben, in Zahlen ausdrücken zu wollen. Verschiedene Pflanzen: weit über tausend. Einzelne Exemplare? Viele, viele tausend mehr. Daher ist eine Liste mit den zehn wichtigsten Pflanzen nur eine kleine Gedankenübung, nicht mehr. Denn für mich macht den Garten gerade die Vielfalt aus, die üppige Menge und das schöne Gefühl, dass immer noch etwas Platz hat; immerhin taucht ständig etwas Neues auf (und anderes verschwindet ja auch).

Die Liste mit den zehn Pflanzen ist also keine Beschränkung, sondern der Basisbaukasten, der für mich meinen Garten ausmacht. Diese 10 Pflanzen sind es auch, die ich sofort ansiedeln würde, wenn ich anderswo einen Garten anzulegen begänne (ich habe das auch wirklich so gemacht, aber leider sind Nr. 6 und 8 sofort von einer vereinten Schar aus Rehen, Mäusen, Schnecken und Feldhasen dezimiert worden. Es klappt halt nicht immer alles, selbst wenn es eine gute Idee ist).


1. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Ohne Schneeglöckchen wäre der Frühling nur halb so schön. Weil sie schon rund um Weihnachten Lebenszeichen von sich geben, ist jeder Besuch im Garten und ein Befühlen ihrer Knospen ein Versicherung, dass bald das Gartenjahr startet. Und wenn sie dann erst blühen! Der größte Vorteil dieser kleinen, vermehrungsfreudigen Pflänzchen ist für mich ihr Vegetationsrhythmus: Durch ihr frühes Erscheinen können sie in allen, wirklich allen Beeten noch Platz finden und dort ausgedehnt üppige Bestände einnehmen, ohne dass man auf andere Pflanzen verzichten müsste. Dadurch ergeben sich schon im Februar volle Beete, etwas, worauf ich mich immer besonders freue.


2. Leberblümchen (Hepatica nobilis)
Mit dieser kleinen, farbenfrohen Staude tut man am Gehölzrand einen Glücksgriff: Hellblaue, weiße oder rosa Blüten erscheinen ab Ende Februar, gefolgt von ledrigen, wintergrünen Blättern, die meist den ganzen Sommer über sichtbar bleiben. Dazu robust, bei zusagendem Standort sich selbst aussäend: Kurz, die hübscheste Pflanze für alle, die besondere Wildstauden lieben.


3. Christrosen (Helleborus-Hybriden)
Zu Christrosen muss man nicht viel sagen: Keine Pflanze trägt Blüten wie eine andere, dazu reichliche Aussaat und wunderschöne, strukturbildende wintergrüne Blätter nach der Blüte: Kaum eine Staude ist das ganze Jahr über schön, die Christrose schafft das problemlos!


4. Goldwolfsmilch (Euphorbia polychroma)
Richtig kombiniert ist die grüngelbe Farbe Ende April, Anfang Mai in den Beeten ein willkommener Farbtupfer. Aus den lockeren Blüten können Viridiflora-Tulpen auftauchen oder man stellt ihnen dunkles Laub, wie hier von rotblättrigem Wiesenkerbel, zur Seite. Nach der Blüte bildet die Wolfsmilch einen Blattbusch, der bis in den Winter hinein grün bleibt.


5. Mondviole (Lunaria rediviva)
Meine persönliche Lieblingspflanze ist Lunaria rediviva, die "immerlebende Mondviole", also eine ausdauernde, mehrere Jahrzehnte alt werdende Version des Silberpfennings - die so unbeschreiblich gut duftet, dass ich bisher kaum Sämlinge gejätet habe, was auch nicht die beste Idee ist - sie werden nämlich riesig! Sie wächst selbst im trockensten Schatten und bleibt auch nach der Blüte Anfang Mai ein ansehnlicher Blattbusch, zusätzlich zieren im Herbst Samen.


6. Lichtnelke (Silene dioica)
Wie die Pflanze davor eine heimische Staude, die in Wiesen öfter zu finden ist. Holt man sie per Samen ins Staudenbeet, bildet sie ausladene Büsche mit einer Vielzahl an rosa Blüten, die schon Ende April bis zu einen Meter hoch werden. Diese Menge an Blüten so früh im Jahr macht sie zu einer sehr wertvollen Staude, die sich leicht jäten und auch wieder ansiedeln lässt. Definitiv beetwürdig!


7. Salomonssiegel (Polygonatum x hybridum 'Weihenstephan')
Wer im Schatten gärtnert, wird seine Vorzüge bereits kennen: Dieser Salomonssiegel wächst straff und stabil aufrecht, trägt symmetrisch angeordnete Blätter und kleine Blüten, die an Maiglöckchen erinnern. Bis zur phänomentalen Herbstfärbung bleiben die Stängel im Hintergrund stehen, senken sich leicht über andere Stauden und geben einem Schattenbeete Tiefe und Struktur nach oben.


8. Staudenknöterich (Persicaria amplexicaulis)
Eine der am häufigsten in unserem Garten verwendeten Stauden ist der Knöterich. Er ist für Insekten interessant, blüht von Juli bis zum Frost, hat eine angenehme, aber doch imposante Größe und kann aufgrund seiner halbrunden Wuchsform perfekt zwischen Vorder- und Hintergrund eines Beetes vermitteln oder sogar selbst die schwierige Rolle an der Beetkante übernehmen. Dazu blüht er in einem herrlichen Rot, da sich leicht kombinieren lässt! Ich könnte überall einen hinpflanzen!


9. Wasserdost (Eupatorium purpureum)
Ähnlich geht es mir mit dem Wasserdost. Aufgrund seiner Größe ist es aber nur bedingt empfehlenswert, ihn überall zu verwenden, wo man ihn gern hätte, denn zwei Meter Höhe schafft er locker und auf jedem Standort. Dafür nährt er Bienen, schaut den ganzen Winter über schön aus und dominiert von Juli bis zum Rückschnitt eine Rabatte. Zusammen mit Gräsern, Phlox und Knöterich genug, um ein Beet zu füllen!


10. Astern (wenn ein genauere Einschränkung, dann Aster novae-angliae)
Tja, was wäre der Herbst ohne Astern! Ihre vielen Sorten begeistern die Insekten und mich, es gibt kleine und mittelgroße Arten, meine Begeisterung gehört aber den riesigen, eigenartig duftenden Raublattastern, die überbordend blühen und Beete in kitschiges Bunt tauchen!

So, und nun am Ende schaffe ich es nicht ohne einer inoffiziellen Reihung Nennung einiger weiterer Favoriten: Kein Garten ohne Gräser, Farne, Storchschnäbel (!), Cyclamen, Mohn, Iris und Katzenminzen, Salbei, Hesperis und Bronzefenchel. Und Lathyrus vernus, Corydalis cava und Tulpen! Es ist ein Glück, dass ich mich nie auf nur 10 Pflanzen festlegen muss!

Nachdem ich mir nun den Kopf zerbrochen und die Liste mehrfach geändert habe, interessiert mich natürlich nun eure Auswahl: Was sind eure Lieblingspflanzen für den Garten, ohne welchen würdet ihr nie einen Garten anlegen?

1. Januar 2017

Rückblick und Vorschau - ein neues Gartenjahr beginnt

Ein paar frostige Eindrücke aus den vergangen Wochen,
in denen es fast jeden Morgen Frost gegeben hat:
Geranium sanguineum, Leucanthemella serotina, Dryopteris
filix-mas, mir unbekannter Doldenblütler, Digitalis
ferruginea, Perovskia atriplicifolia, Dryopteros filix-mas,
Salvia officinalis und die Blätter von Globularia
nudicaule im Kiesgarten.

(zusammengebaut mit dem Collageprogramm von Instagram)
Im Vergleich zu den Vorjahren eher kalt ging das letzte Gartenjahr zuende. Wer wollte, konnte problemlos bis weit in den Winter hinein draußen aktiv sein, denn wie schon öfter fiel hier im Dezember kein Schnee. Die kalten Nachttemperaturen haben die Vegetation aber stark gebremst, sodass man nur bei genauem Hinschauen und Kenntnis der Stellen schon Wachstum bemerken kann. Und auch wenn die Schneeglöckchen wie immer schon warten  - sie sind so tief in Boden und Mulch verborgen, dass ihnen die kommende Kälte nichts anhaben wird, selbst wenn es nicht so viel schneien sollte (aber noch sieht es so aus, als ob man sich da keine Sorgen machen müsste).

Wie ist euer Gartenjahr verlaufen? Hier bot ein sehr früher und langer Frühling beste Gartenbedingungen, die Frühlingsblüher waren schon im Februar allesamt in Blüte und im März war es grün und üppig wie normalerweise erst im April. Danach wurde es wieder kühl und eine unangenehm kalte Periode in den letzten Apriltagen versetzte die früh ausgetriebenen Schattenstauden und mich in unnötigen Stress.

Danach war es lange feucht und kühl, was in der Erinnerung ein eher trübes, kaltes Frühjahr entstehen ließ und auch der Sommer ist in der kollektiven Meinung nicht gerade sonnig ausgefallen, dabei war er ungewöhnlich warm, wenngleich ohne imposanter Hitzewellen wie im Sommer 2015, aber wer Tomaten und Chilis gezogen hat, wird heuer Rekordernten verzeichnet haben: Die warmen Nachttemperaturen und nur wenige kühle Tage Mitte Juli und einmal Mitte August machten das möglich.

Voriges Jahr war es schon Anfang Februar soweit - ob
es heuer auch in fünf Wochen schon so aussieht? Man kann
es sich kaum vorstellen! 

(zusammengebaut mit dem Collageprogramm von Instagram)

Der Herbst präsentierte sich sonnig und warm, mit langen Schönwetterphasen von September bis Oktober - und ab Mitte November dann mit ersten Nachtfrösten und sehr kalten, aber eben schneelosen Wochen bis zum Jahreswechsel. Für die Pflanzen war das Wetter bis auf den kalten Ausrutscher im Frühling ein gutes, besonders der Sommer bot beste Wachs- und Wuchertemperaturen, was leider auch der Vermehrung der Schnecken zuträglich war.

Unsere Arbeiten im Garten gestalteten sich heuer weniger offensichtlich wie im vergangenen Sommer, als Glashaus und Schotterbeet den Garten wochenlang in eine Baustellen verwandelt hatten. Dafür war heuer Zeit für Pflegemaßnahmen: In einigen Beeten habe ich Bereiche völlig neu gestaltet oder neu gepflanzt, sehr intensiv gejätet (diese Winde und dieser Giersch!) und dann natürlich das Kiesbeet bewundert, was auch durch die vielen Fotos davon hier am Blog deutlich wurde.

Schon im März war es 2016 im Garten flächendeckend grün.
Dentaria glanduligera, Helleborus, Epimedium, Euphorbia
dulcis 'Chamäleon', Helleborusblütensammlung, Anemone
blanda, Pachyphragma macrophylla, Schattenbeete und
Isopyron thalictroides.

Für das kommende Jahr gibt es natürlich auch schon wieder Pläne. Noch im Spätherbst haben wir ein schon altes und sehr verwachsendes Beet gerodet und freigejätet, um Platz für eine große Wildbienen-Nisthilfe zu haben. Diese entsteht gerade und wird natürlich um eine naturfreundliche, auch fürs uns Menschen schöne Bepflanzung ergänzt werden. Darüber hinaus wir der Kompostplatz etwas strukturierter angelegt und das eine oder andere Beet sollte noch von Giersch befreit werden. Sobald es in den nächsten Wochen möglich sein wird, steht der Rückschnitt jener Beete an, die dicht mit Frühblühern bewachsen sind - damit sie später nicht zertreten werden.

Und dann erscheinen im Frühling noch zwei neue Gartenbücher von mir - ich werde sie hier vorstellen, sobald es soweit ist und freue mich selber schon sehr darauf!


Ich wünsche euch ein gutes neues Jahr, viele neue Ideen, Platz und Zeit, sie umzusetzen und vor allem auch genug Momente, um zu genießen, was ohnehin schon schön gelungen ist. Davon gibt es in jedem Garten nämlich eine ganze Menge, aber ich grabe auch lieber um, als mit etwas vollends zufrieden zu sein :-)

16. Dezember 2016

Dezember ohne Schnee

Auch wenn wir im Winter immer an Schnee denken, so ist doch die Zeitspanne ohne Schnee die längere Zeit im Winterhalbjahr. Es lohnt also - und auch nahe der Alpen und nicht nur in Meeresnähe - sich mit dem Gedanken des schneelosen Winters anzufreunden und zu schauen, was der Garten nun so an Schönem bietet. Sehr schön sind ganz zweifellos die vielen Geophyten, die schon überall zu entdecken sind, aber die können wir im Frühling noch lange genug bestaunen. Mir geht es heute um Strukturen, die auch jetzt noch an üppige Beete erinnern und für sich und alleine schön sind, ohne Verweis auf den Frühling.

Dazu gehören mal ganz sicher die Astern. Ihre Blütenkelche glänzen bei einigen Arten wunderbar silbern, was im morgendlichen Licht, bevor die Sonne kommt, ganz besonders wirkt (hier eine namenlose Aster-dumosus-Sorte).

Für die Gestaltung interessant ist auch die silberne Struktur der Blauraute. Sie ist so hell, dass sie im Kontrast mit den schwarzen Blütenknöpfen von Rudbeckia und gelbem Winterstängeln von Molinia eine eigene, winterliche Gestaltungsecke wert wäre. Das ist aber nicht meine Idee, ich habe Bilder von so einer Pflanzung gefunden, und zwar auf der Seite des Blogs von The New Perennialist, wo die Fotos aus einer gemeinsamen Facebookgruppe präsentiert werden. Das erwähnte Foto befindet sich ein Stück weiter unten, aber auch der Rest des Artikels ist absolut sehens- und bestaunenswert!

Nicht-wintergrüne Farne sind ja eher nicht so die empfohlenen Winterstauden, sie neigen zum Gammeln, Vergilben und In-Einzelteilen-matschig-Herumliegen - aber eigentlich sind sie schon auch ganz schön, vor allem, wenn sie der Raureif erwischt hat.

Hier sind die Beete schon etwas gelichtet, weil ich einiges gerodet und neu gepflanzt habe, weil zuviele Winden in den Beeten waren. Ein paar Gräser und Sedum halten die Beete noch in Form.

Wunderbar aufrecht steht im Kiesbeet noch immer Achnatherum calamagrostis. Normalerweise flundert es in den Beeten herum, sobald es höher als 80cm ist, hier aber steht es straff aufrecht, wiegt sich im Wind, trägt Eiskristalle, taut wieder auf und macht mir Freude, wann immer ich es sehe.

Und hier bin ich schon sehr gespannt: Von einem lieben Gartenfreund habe ich einige Pflanzen von Digitalis ferruginea erhalten, die wunderbar bernsteinfarben blühen - von den dekorativen, äußerst sehenswerten Winterrosetten habe ich noch nie etwas gesehen oder gelesen, dabei sitzen sie bei Frost wie leuchtende Seesterne in den Beeten und ich könnte sie immerzu anstarren. Hoffentlich blühen die Biester auch alle, damit ich genug eigene Sämlinge für den nächsten Winter habe!

4. Dezember 2016

Raureif

Gärten sind im Winter und Herbst sehenswert, aber ein Nachteil ist nicht von der Hand zu weisen: Sie ändern sich eher langsam, sodass die Eindrücke über Wochen die gleichen bleiben, zumindest, sobald die Herbstfärbung vorbei ist. Eine großartige Abwechslung bietet da Reif, der in unterschiedlichster Stärke für neue Eindrücke sorgt, vorher Übersehenes ins Blickfeld holt und alten Ensembles neuen Kontrast verleiht. Heute war es wieder soweit: Neben letzten Resten der Herbstfärbung, wie den dunkelgoldenen Stängeln von Miscanthus, erschienen einige Reste im Kontakt mit den weißen, dieses Mal außergewöhnlich großen Kristallen ganz schwarz, während letzte Blätter gelb hervorleuchteten. Danke an meinen Papa, der einige der Bilder schon am Vormittag aufgenommen hat!

Am Teich dominieren die Gräser (Miscanthus und Molinia). Der Raureif betont ihre Samenstände sehr vorteilhaft!

In den Beeten gegenüber verstärken sich die Strukturen: Besonders Gräser und aufrechte Stauden stehen in reizvollem Kontrast.

Am Morgen war auch der Rasen noch voll Reif. Die welken Blätter des Phlox bieten unerwartete Farbe.

Die von mir ungeliebte und von selbst aufgetauchte Stockrose versöhnt mich mit ihrer Wintererscheinung; allerdings werden überall Sämlinge auftauchen, das sind die hübschen Knöpfchen auf Schnur aber wert.

Die Durchgänge im Gemüse- und Nutzgartenbereich sind um diese Jahreszeit bei Reif wie eine leuchtende, glitzernde Laube.

Auch ohne Sonne wirkt der Raureif gut, hier hängen Girlanden von Boehmeria-Samenständen über den immer noch sehr farbigen Schattenbeeten. Erstaunlich, dort dauert das Gartenjahr am längsten und lebt auch als erstes wieder los!

Dem steht das Schotterbeet um nichts nach. Es wird diesen Monat in der Gartenpraxis in einem Artikel von mir vorgestellt und leider gab es keinen so frühen Raureif, dass noch Bilder davon ins Heft gelangen konnten. Hier sieht man die hübschen Gegensätze zwischen Deschampsia und dem rundohrigem Laub des Bartfadens.

Die wunderbar linear aufrechten Stängel von Scabiosa ochroleuca erleben im Winter einen zweiten Sommer, unerwartet schön auch die Vergesellschaftung mit Calamintha nepeta (rechts dahinter). Leider haben die Scabiosen kaum Basaltriebe gebildet, weshalb ihr Fortbestehen eher unwahrscheinlich ist - das passiert manchmal und könnte durch Rückschnitt verhindert werden, aber dann beraubt man sich dieses schönen Anblicks... vielleicht pflanze ich welche nach.

Hier Calamintha im Detail - den ganzen Sommer über schon so schön und jetzt erst!

Ganz ähnlich und daher unbedingt empfehlenswert: Teucrium lucidrys.

Alles in allem ist das Kiesbeet auch mitten im Winter eine Freude!

Ganz besonders hervorzuheben ist schon wieder Achnatherum calamagrostis. Bei magerem Stand ist dieses Gras vom frühen Austrieb im April/Mai bis jetzt ein großartiger, geordneter Anblick.

Die unterschiedlichen Wuchsformen haben es mir angetan. Wenn es öfter Raureif gäbe, könnte man sich nur dafür Konstellationen ausdenken, die besonders gut miteinander harmonieren.

Ein toller Tipp ist da Aster 'Purple Dome'. Diese hübsche Pflanze behält ihre gefällige Form sehr lange und kann inmitten einzelner Stängel für Ruhe und Struktur sorgen.

Genauso verhält es sich mit Kalimeris incisa 'Madiva' - im Sommer schön, im Herbst lange standfest und im Winter überfrorene Köpfchen. Manche Stauden sind das ganze Jahr über sehenswert und daher besonders wertvoll, wenn man nur wenig Platz hat und sich entscheiden muss!