Zur Person

Gärtnern war für mich schon immer selbstverständlich, weil alle rund um mich herum Gärten hatten: Beide Großeltern unterhielten einen Gemüseacker, auf dem für den eigenen Gebrauch angebaut wurde, aber auch Nachbarn und nach meinem Empfinden auch sonst alle, die ich kannte.

Da ich als Kind sehr heikel war und Gemüse und Obst - entgegen aller pädagogischen Erwartungen, wenn man Anbau und Ernte selbst erlebt - für mich lange Zeit nicht zu Nahrung zählten, waren es anfangs mehr die Tiere, denen mein Interesse gehörte. Das waren allen voran die Vögel, aber auch Reptilien und Insekten. Über diesen kleinen Umweg gelangte ich zu den heimischen Pflanzen, die ich bei ausgedehnten Wanderungen entdeckte, noch analog fotografierte und in Büchern bestimmte.

Zum Garten, der gestaltet wird, kam ich erst einige Jahre später über das Internet. Damals hatten meine Eltern schon einen Garten rund um unser Haus angelegt und meine Mutter führte in zwei Gemüseäckern die Tradition der Großeltern fort. Anfang der 2000er-Jahre eröffnete mir also ein anfangs noch äußerst langsames Modem, mit dem ich stundenlang die Telefonleitung blockierte, die weite Welt der Gartenforen und mit ihnen ein ganzes Universum an unbekannten Pflanzen.

Voll von neuen Ideen, informiert über Bezugsquellen und von Bildern vieler begeisterter User angeregt, überraschte ich meine Familie 2002 mit dem Wunsch, ein eigenes Beet anlegen zu wollen. Diese Idee war einigermaßen ungewöhnlich, denn niemand hier "legte Beete an", sie entstanden einfach, am Zaun entlang, unter Bäumen, vor einer Hecke. Eine recht riesige Fläche - ich hatte für den Anfang 80m² vorgeschlagen und mit Sägespänen in die Wiese gestreut - extra für Blumen umzugraben war daher ein reichlich exotischer Gedanke, aber das Internet mit seinen Bildern war auf meiner Seite und als wir am Gründonnerstag im April 2002 auf Tipp einer Staudensammlerin aus Niederösterreich hin zur Gärtnerei Sarastro fuhren, mit einer langen Liste botanischer Namen mit dabei, kann man das als Startmoment zu dem verstehen, was ich in diesem Blog so zeige.

Dabei war dieser Kontakt mit der Staudenwelt, die mich noch immer fasziniert, nur für mich ein Erfolg, denn meine Begleiterinnen und Begleiter, in Erwartung blühender Beete und floraler Aha-Effekte inmitten des gerade schwindenden Winters - hier konnte bis jetzt mit viel Überzeugungsarbeit schon einiges geleistet werden :-) - waren ausgesprochen enttäuscht von den "leeren Töpfen und kahlen Beeten". Darauf angesprochen, schwören sie bis heute Stein und Bein, die Gärtnerei hätte sich verändert, denn jetzt wäre es dort sogar schon im März interessant; und das mag stimmen, aber was sich vor allem verändert hat, ist ihr Blick auf Garten und Pflanzen.

Und mein erstes Beet? Es wuchs und entwickelte sich, sodass nie wieder Zweifel am Anlegen von Staudenbeeten aufkommen konnte. Viele der damals gepflanzten Stauden stehen noch heute, etliche sogar an den gleichen Stellen und viele weitere Pflanzen durften folgen. In der Zwischenzeit habe ich in Graz Germanistik und Geographie studiert, weitere Beete angelegt, mit einer Freundin England und die Niederlande bereist, mit meinem Freund einen zweiten Garten bei unserer Wohnung gestaltet - und ich esse mittlerweile auch Gemüse, und zwar so gern, dass ich selber auch welches anpflanze.

Im Zusammenspiel von Gartenforen, dem im Spätsommer 2010 gegründeten Blog und einmal mehr der Gärtnerei Sarastro, die ich bei Gartenmärkten in Seitenstetten, Freising und Berlin am Verkaufsstand unterstütze, konnte ich zahlreiche Gartenbegeisterte kennenlernen und profitiere immer wieder von Fachgesprächen, anregenden Besuchen und interessanten Ausflügen. Im Jahr 2014 wurde im BLV-Verlag mein Gartenratgeber zum Kombinieren von Stauden veröffentlicht; seither schreibe ich unregelmäßig Artikel für Fachzeitschriften.

Abseits meiner Freizeit - und diese Tätigkeit macht mir nicht minder Freude! - unterrichte ich mittlerweile das sechste Jahr Deutsch und Geographie, die drei letzten Schuljahre an der HTL in Wels. Darüber hinaus imkere ich seit dem Sommer 2012 mit mehreren Bienenvölkern, bin fast täglich in der freien Natur, auf dem Pferderücken oder beim Wandern in den Bergen anzutreffen und natürlich auch im Garten - der noch immer erweitert wird: Es gibt einfach zu viele interessante Stauden und Ideen, was man mit ihnen alles anstellen könnte.

Kommentare:

  1. Hallo :-),
    mir gefällt Ihr Blog sehr gut, schöne Struktur und leicht zu lesen. Stauden sind auch meine absoluten Lieblingspflanzen im Garten. Ich habe auch einen großen Staudengarten, meine Erfahrung mit dem Internet und den Gartenblogs war ganz ähnlich wie Ihre, wir profitieren heutzutage vom schnellen Internet :-) Wie könnte man sonst all die schönen Fotos hochladen...
    Liebe Grüße
    Marc

    AntwortenLöschen
  2. Ein sehr interessanter Blog mit aktuellen Infos - gefällt mir sehr gut.
    Auch unser kleiner Garten ist voll mit Pflanzen - darunter sehr viele Kübelpflanzen.
    Fotos auf meiner Homepage: www.gartenhans.org
    Liebe Grüße
    Ecker Hans

    AntwortenLöschen