14. Januar 2018

Frostige Details im winterlichen Garten

Bevor die ersten Frühlingsblüherfotos anstehen, möchte ich noch einen Beitrag zum Winter unterbringen, der sich mit großen und kleinen Details winterlicher Stauden beschäftigt. Dazu ist es dringend an der Zeit, denn die  Frühblüher erscheinen bereits in Scharen, was mich in allen von ihnen besiedelten Gartenteilen bereits zum Rückschnitt gedrängt hat. So früh wie nie habe ich also auf die winterlichen Strukturen verzichtet - und so früh wie nie warten die Geophyten auf ihren Einsatz.

Angesichts des aktuellen Winters konnte die winterliche Gartenpause in Frage gestellt werden, denn nur zwischen Weihnachten und Neujahr gab es einige knackige Frosttage, den Rest der Zeit war der Boden offen und dementsprechend üppig sprießt es auch schon. Ob das längerfristig auch so bleiben wird, ist naturgemäß nicht abzusehen - aber als es das letzte Mal, nämlich im Jänner 2012, schon Schneeglöckchen gab (allerdings zwei Wochen später als heuer), kam im Februar noch enorm kaltes Wetter (Klimarückschau der ZAMG).



Heuer gab es trotz allem ein paar herrliche Frosteindrücke, die den Garten verwandelt haben und mich trotz kalter Finger lange mit dem Fotoapparat nach Motiven suchen ließ. Das Bild oben links zeigt den leeren Samenstand von Echinacea tennessiensis im Schotterbeet, daneben ein einzelnes wintergrünes Blatt von Asplenium scolopendrium, dem heimischen Hirschzungenfarn. In der zweiten Reihe die noch im Laub versteckte Blüte von Helleborus foetidus, der Nieswurz, und rechts das Blatt einer wintergrünen Epimedium-Art (vermutlich Epimedium ogisui).



Astern sind im winterlichen Garten nicht wegzudenkende Strukturstauden, da die meisten von ihnen sehr stabil und standfest sind. Sie zerfallen weder in bröselige Einzelteile, noch kippen sie besonders leicht um (außer natürlich ihre sowieso auch schon im Herbst kippeligen Vertreter), hier im Bild Aster glehnii 'Agleni', deren Reste wie viele kleine Sternchen wirken. Daneben dann eine gewöhnliche Christrose (Helleborus orientalis) mit vielen Sämlingen rundherum, die ich heuer endlich mal alle entfernen und woanders hinsetzen muss. Ebenfalls wintergrün ist der Schlangenbart, Ophiopogon planiscapus, der in unserem Garten zwar wächst, aber keine so schönen Teppiche bildet, wie mir das gefallen würde. Dann noch Schneeglöckchen dazwischen... ich werde einen neuen Versuch wagen müssen. Und zuletzt ein Schildfarn, Polystichum setiferum, der eine großartige Pflanze für den winterlichen Garten ist.


Die Beete an sich sind mit Raureif ein Traum. Besonders schön präsentieren sich Stauden, die eine etwas größere Oberfläche haben, also jene, bei denen noch Laub anhaftet oder die große, fein verzweigte Samenstände tragen, wie Gräser, Astern oder Wasserdost. Beide Beete, die man auf den Bilder sieht, habe ich gestern schon abgeschnitten - widerwillig, aber der Boden ist fast völlig bedeckt mit Frühblühern, die allesamt schon auftauchen und spätere Rückschnitte verkomplizieren würden.

Außerdem hat der warme Winter nicht nur die Frühblüher aufgeweckt, sondern auch verschiedenste Pflanzen zum Austreiben gebracht, die ich gerne noch jäten würde, bevor ich mulche (vor allem Quecke, Giersch und ein paar sich aussäende Pflanzen wie Behaartes Schaumkraut und Vogelmiere). Wenn es also weiterhin nicht friert, wird das mein Projekt für die nächsten Wochen sein.


Im Schotterbeet stehen die gleichen Aufgaben an, außerdem möchte ich neuen Schotter aufbringen, da Pflege- und Pflanzarbeiten sowie Tiere (dieser nervige Schwarzkopfregenwurm, der Erde von unterhalb nach oben befördert) die Kiesschicht immer wieder mit Erde versetzen. Da hier schon bald Tulpen austreiben werden, ist ebenfalls ein noch winterlicher Arbeitsschritt sinnvoll. Auf den Bildern einmal die Samenstände von Allium 'Millenium' zwischen Calamintha nepeta und Linum perenne, auf dem anderen Foto Deschampsia cespitosa 'Goldtau'.


Bei etwas Sonne sehen die Beetflächen natürlich noch schöner aus, auch wenn die kleinen Frostkristalle dann innerhalb von Minuten schmelzen und zu Boden tropfen. Schön sind immer wieder die Effekte, die Reif auf die Raumwirkung hat: Weil bestehende Strukturen optisch verstärkt werden, treten Höhenstaffelung, räumliche Wirkung und die Kontraste zwischen unterschiedlichen Wuchsformen noch einmal wie zur Blütezeit in den Vordergrund. Dieser Effekt ist für mich einer der Hauptgründe, weshalb ich die Hochstaudenbeete erst möglichst spät abschneide - die Beetteile im unteren Bild habe ich noch belassen, wer weiß, vielleicht wird es heuer doch noch einmal winterlich.


Kommentare:

  1. Ich finde die winterlichen Bilder auch einmalig schön! Auch wenn sich schon einiges an Frühlingsblühern aus der Erde schiebt, ist es doch noch Winter bzw. eigentlich hat er ja erst angefangen! Und ich denke, dass auch noch einiges an Kälte zu erwarten ist. Auch wenn man sich schon langsam wieder auf Frühling umstellen möchte, müssen wir uns wohl doch noch ein wenig gedulden...
    Viele Grüße von
    Margit

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  2. Hallo Katrin,
    super schöne Fotos. Selbst schuld, wer noch immer im Herbst alles abschneidet im Garten.
    Viele Grüße
    Anja

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  3. Wie schön!! Ich mag es so gern wenn im Winter, in der Früh noch alles vereist ist und vl. auch noch die Sonne rein scheint! Da wird man sogar noch zum Frühaufsteher. :)
    GLG, Andrea
    Pebbles and Blooms

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  4. Hallo Katrin,
    super schöne Bilder. Ich bin ein bisschen neidisch: In unserer Ecke hatten wir bisher noch gar keinen richtigen Frost. Das "Kälteste" war mal -3Grad. Nicht geeignet so herrliche Bilder zu schießen.
    Viele Grüße,
    Krümel

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  5. Liebe Katrin,
    wow ganz schöne Bilder!!
    Liebe Grüße,
    Carina

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  6. Hallo Kathrin,
    ich war auch schon kurz davor zur Schere zu greifen. Auch hier in Nordhessen treiben die Frühblüher schon kräftig aus und meine Rosen haben teilweise immer noch Blüten.
    Liebe Grüße
    Wiebke

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  7. Hallo Katrin,
    dein winterlicher Garten ist wunderschön. Bei uns gab's bisher leider nur Regen und nur einmal Frost, meine Stauden sind schon alle in sich zusammengefallen. Umso schöner ist's hier bei dir so tolle Bilder zu sehen.
    Herzliche Grüße Theresa

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  8. Das ist ja ein toller Anblick - w u n d e r v o l l !
    In unserer Gegend ist es leider sehr trüb und regnerisch. Es will gar nicht mehr aufhören.
    Ich kann mich gar nicht statt sehen.
    LG Doris

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